Heute ist der 18.05.2026 und Freising, die charmante Stadt in Bayern, hat kürzlich eine ganz besondere Theaterpremiere gefeiert. Unter der Regie von Thomas Goerge, einem angesehenen Freisinger Kulturpreisträger, wurde das Stück „Doktor Faustus und der Marstall“ auf die Bühne gebracht. Die Premiere fand im Landratsamt Freising statt und wurde von den Besuchern durchweg positiv aufgenommen. Es ist schon beeindruckend, wie ein so bedeutender literarischer Stoff von Thomas Mann mit lokalen Bezügen verknüpft werden kann.
Goerge hat sich intensiv mit den Verbindungen zwischen Thomas Mann und Freising beschäftigt und diese in die Theaterproduktion integriert. Die Figur Zeitblom, ein Professor am Dom-Gymnasium, erzählt die Geschichte von Adrian Leverkühn, einem Komponisten, der dem Teufel seine Seele verspricht. Die Tragik und der Verlust der Realität, die Leverkühn durchlebt, werden durch 19 Zitate von Thomas Mann, die spezifisch auf Freising Bezug nehmen, lebendig gemacht. Interessanterweise hat auch Viktor Mann, der Bruder von Thomas Mann, in Freising studiert und wird in dem Buch „Wir waren fünf“ erwähnt. Goerge würdigt die Recherchen von Richard Lorenz, einem FT-Journalisten, dessen fiktionales Buch in das Stück eingeflossen ist. Lorenz’ Berichte über Karl Schläger, bekannt als „der Schläger Karl“, finden ebenfalls ihren Platz in der Inszenierung.
Die Inszenierung und ihre Elemente
Die Inszenierung selbst ist ein spannendes Stück, das die klassische Faust-Geschichte in die Gegenwart überträgt und Themen wie Künstliche Intelligenz behandelt. Manchmal fragt man sich, wie viel von unserer Seele wir bereit sind, für Fortschritt und Wissen zu opfern. Das Stück wird als Komödie mit einem überraschenden Ende beschrieben, was dem ganzen einen frischen Wind verleiht. Thomas Goerge selbst hat mehrere Rollen übernommen, darunter die zentrale Figur des Serenus Zeitblom sowie Mephisto und Faust – ein echtes Multitalent, dieser Goerge!
Musikalisch untermalt wird die Aufführung von Richard van Schoor am Klavier, was sicherlich zur Atmosphäre des Abends beiträgt. Das Bühnenbild ist ebenfalls bemerkenswert: 30 Perchten- und Teufelsmasken des Schnitzer-Duos Schwoaga Loavn machen das Erlebnis visuell eindrucksvoll. Es ist kaum zu glauben, dass sich die Aufführungen am 8. und 9. Mai um 19:30 Uhr sowie am 10. Mai um 11 Uhr im Marstall des Landratsamts Freising abspielten. Wer hätte gedacht, dass so viel kreatives Leben in dieser Stadt steckt?
Ein Wunsch nach Erinnerung
Am Ende der Aufführung wurde ein Wunsch von Richard Lorenz zitiert: Er träumt von einem Erinnerungsort, der die Verbindung zwischen „Doktor Faustus“ und Freising würdigt. Goerge hat auch darauf hingewiesen, dass viele Freisinger nicht wissen, dass ein Literaturnobelpreisträger wie Thomas Mann über ihre Stadt geschrieben hat. Tatsächlich wird das Fehlen eines Hinweisschildes am Domberg als Mangel angesehen – und das zu Recht! Ein kleiner Hinweis könnte die Neugier auf die literarischen Wurzeln der Stadt wecken.
Die Theaterproduktion ist somit nicht nur ein künstlerisches Ereignis, sondern auch ein kleiner Schritt in Richtung mehr Bewusstsein für die lokale Geschichte und ihre Verbindungen zu großen literarischen Persönlichkeiten. Wenn man darüber nachdenkt, könnte dies zu einer neuen Wertschätzung für Freising und seine kulturellen Schätze führen. Es bleibt spannend, wie sich die Resonanz auf dieses kreative Projekt entwickeln wird.
Für alle Interessierten: Die Kartenpreise liegen bei 20 Euro (ermäßigt 15 Euro) und sind sowohl online als auch an der Kasse erhältlich. Zusätzlich gibt es eine Ausstellung zur „Rauminstallation mit den Teufelsmasken“, die bis zum 9. Mai täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist. Ein Besuch lohnt sich allemal!