In Fürstenfeldbruck tut sich was! Die Stadt hat sich vorgenommen, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen, um die optimale Heizform für jedes Gebäude zu finden. Klimaschutzmanagerin Lucia Billeter hat dies im Jahresbericht ausführlich erläutert. Die Ausschreibung ist abgeschlossen und nun läuft die Ausarbeitung – über den Sommer sollen die Zielszenarien und ein Maßnahmenkatalog entstehen. Das Ziel? Fertigstellung des Wärmeplans bis Ende Juni 2028. Die Stadtwerke, als zentrale Energieversorger, spielen dabei eine wichtige Rolle. Bis Ende 2026 müssen sie ihre Transformationsplanung abgeschlossen haben. Billeter hat die Stadtwerke bereits aufgefordert, ihre Erkenntnisse für das Zielszenario einzubringen.
Einige spannende Initiativen sind ebenfalls im Gange. Christian Stangl (Grüne) hat einen Bericht der Stadtwerke über den Stand der Transformationsplanung beantragt und der Antrag wurde einstimmig angenommen. Dazu kommt, dass die Stadt eine kostenlose Erstberatung mit dem Titel „Check mein Haus“ in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale anbietet. Außerdem sollen „Wärmepumpen-Botschafter“ die Bürger über diese Heizform informieren. Es gibt also reichlich Aktivitäten, um Fürstenfeldbruck klimafreundlicher zu machen!
Nachhaltigkeitsinitiativen und Unterstützung
Natürlich hört es hier nicht auf. Lucia Billeter arbeitet ebenfalls an einer Karte über Refill-Stationen für kostenloses Wasserauffüllen. Das Ziel ist, Geschäfte, die Wasser anbieten, durch Aufkleber kenntlich zu machen. Wer mag nicht, wenn man in den heißen Sommermonaten zuverlässig seine Flasche auffüllen kann? Darüber hinaus sind ein Hitze-Knigge und eine Nachhaltigkeitsbroschüre in Vorbereitung. Letztere soll die Bürger über nachhaltiges und kostengünstiges Leben in Bruck informieren – ein Schritt in die richtige Richtung. Und der Klimafonds zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks der Verwaltung ist ebenfalls ein wichtiger Baustein in diesem Puzzle.
Aber warum macht sich Fürstenfeldbruck so viel Mühe mit der Wärmeplanung? Schaut man auf die bundesweiten Entwicklungen, wird schnell klar, dass die Wärmeversorgung in Deutschland über 50% des Endenergieverbrauchs ausmacht und einen großen Teil des CO2-Ausstoßes verursacht. Rund 80% der Wärmenachfrage wird derzeit durch fossile Brennstoffe gedeckt, was unweigerlich die Heizkosten in die Höhe treibt. Auch der Preisanstieg von Gas und Öl ist nicht zu übersehen. Da ist es nur logisch, dass Kommunen strategisch planen müssen, um eine kosteneffiziente und klimafreundliche Wärmeversorgung zu gewährleisten.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven
Ein neues Gesetz, das am 17. November 2023 vom Bundestag beschlossen und am 1. Januar 2024 in Kraft tritt, gibt den Kommunen die rechtliche Grundlage für die flächendeckende Wärmeplanung. Damit werden Vorgaben für Inhalte und Arbeitsschritte zur Erstellung eines Wärmeplans festgelegt. In einigen Bundesländern wird diese Planung bereits umgesetzt, und die Bundesregierung stellt bis 2028 insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung, um die Erstellung von Wärmeplänen zu unterstützen.
Die geplante Wärmeversorgung wird zunehmend auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme setzen. Hierbei sollen die Kommunen ab 2027 in der Lage sein, Abwärme eines Stahlwerks an der deutsch-französischen Grenze zur Energieversorgung von Haushalten zu nutzen. Die Zukunft sieht also vielversprechend aus – nicht nur für Fürstenfeldbruck, sondern für viele Städte in Deutschland, die sich auf den Weg zu einem klimaneutralen und nachhaltigen Lebensstil machen.