In Fürstenfeldbruck, wo die Menschen ein starkes Gemeinschaftsgefühl pflegen, hat sich kürzlich eine beeindruckende Geschichte abgespielt. Claus Schramm, ein 40-jähriger ehrenamtlicher Notfallsanitäter aus Feldafing, hat einer Frau das Leben gerettet, nachdem er über die Ersthelfer-App „Region der Lebensretter“ alarmiert wurde. Diese App, die Anfang März in den Landkreisen Dachau, Fürstenfeldbruck und Starnberg eingeführt wurde, hat das Ziel, qualifizierte Ersthelfer bei Herz-Kreislauf-Stillständen schnell zu alarmieren. Schramm, der die App Anfang April heruntergeladen hatte, wurde alarmiert, als in seiner Nähe eine Frau einen Herzstillstand erlitt. In weniger als drei Minuten war er am Einsatzort und konnte mit der Reanimation beginnen. Nach nur drei Minuten setzte der Herzschlag der Frau wieder ein, und sie begann selbständig zu atmen. Ein echter Lichtblick in einer potenziell tragischen Situation!

Die Zahlen sprechen für sich: In den ersten Monaten wurden die registrierten Helfer in den drei Landkreisen 73 Mal zu Einsätzen gerufen, davon 33 Mal allein im Landkreis Fürstenfeldbruck. Es ist beeindruckend zu sehen, wie schnell und effektiv diese App helfen kann, und sie ist ein wunderbares Beispiel für moderne Technologie, die Leben retten kann. Die Integrierte Leitstelle alarmiert die registrierten Ersthelfer zeitgleich mit dem Rettungsdienst bei einem mutmaßlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. So wird das reanimationsfreie Intervall erheblich verkürzt, was entscheidend für die Überlebenschancen der Patienten ist.

Die Zahlen hinter der App

<pDoch die Herausforderungen bleiben. In Deutschland gibt es jährlich rund 65.000 Fälle plötzlicher Herztode, und die Laienreanimationsquote liegt erschreckenderweise nur bei 51 %. Die durchschnittliche Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte beträgt 8 Minuten oder mehr – eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass jede Minute ohne Reanimation die Überlebenschancen verringert. Hier kommt die App „Region der Lebensretter“ ins Spiel, die qualifizierte Ersthelfer in der Nähe eines Notfalls benachrichtigt. Die Deutsche Herzstiftung unterstützt diese App finanziell und fördert die öffentliche Wahrnehmung des Themas Reanimation weiter. Ein spannendes Forschungsprojekt, die HEROES-Studie, untersucht den Nutzen dieser App in 11 Testregionen in Deutschland, um die Effizienz zu belegen.

Die Ergebnisse könnten revolutionär sein: Eine Steigerung der Überlebensrate um 50 % wird als realistisch eingeschätzt. Laut einer früheren Studie in Freiburg war die Einsatzübernahmequote bei 63 % und die mediane Eintreffzeit lag unter 4 Minuten. Solche Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass Menschen sich als Ersthelfer registrieren und aktiv werden können. Über 13.700 neue Ersthelfer haben sich in den letzten Monaten registriert, insgesamt sind es mittlerweile über 25.000. Das ist eine enorme Zahl!

Ein starkes Netzwerk von Helfern

<pDie App ist nicht nur in bestehende Rettungsleitsysteme integriert, sondern wird auch bei Verdacht auf Herz-Kreislauf-Stillstand aktiviert. Ideal sind vier Ersthelfende am Einsatzort: zwei für die Reanimation, einer für den nächsten Defibrillator und einer zur Betreuung der Angehörigen. Diese strukturierte Herangehensweise zeigt, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Zusammenarbeit liegt. Auch Landrat Thomas Karmasin hebt das Engagement der Helfer hervor und betont die Notwendigkeit von Spenden zur Unterstützung des Projekts. Es ist schön zu sehen, dass die Gemeinschaft zusammenkommt, um diese wertvolle Initiative zu fördern. Die Spenden wurden bereits genutzt, um Warnwesten für die Helfer anzuschaffen, die als Legitimation an Unfallstellen dienen – denn Sicherheit geht vor!

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Das Projekt wird koordiniert von Dr. Jan-Steffen Pooth, einem engagierten Assistenzarzt und Notfallmediziner, und geleitet von Prof. Dr. med. Michael Patrick Müller vom St. Josefskrankenhaus Freiburg. Mit einer Förderung von 47.500 Euro durch die Deutsche Herzstiftung zeigt sich, dass Institutionen und Fachleute Hand in Hand arbeiten, um die Überlebenschancen bei Herzstillständen zu verbessern. Es bleibt abzuwarten, wie die HEROES-Studie nach ihrer Testphase im September die Ergebnisse auswerten wird. Doch eines ist sicher: Die „Region der Lebensretter“ hat das Potenzial, viele Leben zu verändern.

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