In der charmanten Stadt Volkach, die einen Steinwurf von Kitzingen entfernt liegt, fand kürzlich eine spannende Veranstaltung des Förderrings Gesundheit Mainschleife statt. Dort wurde die Gesundheitsregion Plus (GR+) des Landkreises Kitzingen vorgestellt. Dr. Stephan Unkelbach, der die Teilnehmer herzlich begrüßte, leitete die Veranstaltung, die von den beiden Verantwortlichen Tatjana Schitz, einer Gesundheitswissenschaftlerin, und Katharina Schlereth, einer Gesundheitsökonomin, maßgeblich geprägt wurde. Die GR+ ist eine staatlich etablierte Netzwerkstruktur, die darauf abzielt, die Akteure im Gesundheitswesen im Landkreis Kitzingen transparent zu vernetzen und klare Zuständigkeiten zu schaffen. Zu den Partnern gehören unter anderem die AOK Bayern, die Universität Würzburg, das Blindeninstitut Würzburg sowie zahlreiche niedergelassene Ärzte und weitere Institutionen.
Ein zentrales Anliegen der GR+ ist es, medizinische Aktivitäten zu koordinieren und Projekte zu initiieren, die der Bevölkerung zugutekommen. Bei der Veranstaltung wurden einige aktuelle Projekte vorgestellt, wie etwa ein EU-gefördertes Projekt, das Informationen über Pflegeberufe in Schulen bereitstellen soll. Auch die Schulung von Laien in medizinischen Notfallmaßnahmen ist ein wichtiger Bestandteil, ebenso wie die Mitarbeit bei der Bayerischen Impfwoche. Ein weiteres Highlight ist das Programm „BeLA – Beste Landpartie Allgemeinmedizin“, das darauf abzielt, Allgemeinarzt-Praxen zu besetzen. Präventive Maßnahmen zum Hitzeschutz in Freibädern sowie die Initiierung eines bayernweiten Präventionspools stehen ebenfalls auf der Agenda. Die rege Diskussion zwischen Referenten und Teilnehmern zeigt, dass das Interesse an Gesundheitsfragen groß ist.
Ein starkes Netzwerk für die Gesundheitsversorgung
Die Bedeutung eines starken Netzwerks wurde auch von Landrätin Tamara Bischof betont, die beim offiziellen Start der „Gesundheitsregionplus“ im Landkreis Kitzingen sprach. Sie machte deutlich, wie wichtig es ist, Menschen, Institutionen und Ideen zusammenzubringen, um die gesundheitliche Versorgung zu verbessern. Diese Initiative ist nicht nur das Ergebnis eines Beschlusses des Bayerischen Landtags vom 10. Dezember 2024, sondern auch eine Reaktion auf die Bedürfnisse der Bevölkerung. Seit dem 1. Mai 2025 ist das Netzwerk mit staatlich gefördertem Personal aktiv und hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig zu fördern. Tatjana Schitz und Katharina Schlereth leiten die Geschäftsstelle, die für den Aufbau des Netzwerks, die Projektinitiierung und die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist.
Besonders interessant ist, dass die GR+ nicht nur darauf abzielt, bestehende Strukturen zu verbessern, sondern auch Doppelstrukturen zu vermeiden und bestehende Initiativen einzubinden. Die ersten Projekte wurden bereits beim ersten Arbeitstreffen mit Landrätin Bischof beschlossen. Diese engagiert sich auch für die Verbesserung der Reanimationsergebnisse im Landkreis Kitzingen, was in Zusammenarbeit mit der Klinik Kitzinger Land geschehen soll, um die Notfallversorgung zu verbessern und Leben zu retten.
Gesundheit in allen Lebensbereichen
Im größeren Kontext der Gesundheitsförderung in Deutschland stehen solche regionalen Initiativen in Einklang mit den Zielen der Bundesregierung, die sich in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und dem Transformationsbericht widerspiegeln. Der Fokus liegt auf der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit und der Verbesserung des Wohlbefindens der Bevölkerung. Der Ansatz „Health in All Policies“ (HiAP) wird als besonders wichtig erachtet, da er darauf abzielt, gesundheitliche Auswirkungen politischer Maßnahmen in allen Bereichen, von Sozial- und Wirtschaftspolitik bis hin zu Umwelt- und Klimapolitik, zu berücksichtigen. Durch interdisziplinäre Ansätze soll eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik geschaffen werden, die positive Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Politikfeldern fördert und schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit vermeidet.
In Anbetracht all dieser Bemühungen wird deutlich, wie wichtig es ist, ein starkes Netzwerk im Gesundheitswesen zu schaffen, um die Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Die Gesundheitsregion Plus im Landkreis Kitzingen ist ein vielversprechendes Beispiel für die gelungene Vernetzung von Akteuren, die gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung nachhaltig zu fördern. Die Bürger können gespannt sein auf die kommenden Entwicklungen und Projekte, die aus dieser Initiative hervorgehen werden.