Im beschaulichen Kitzingen fand vor kurzem der „Tag der KI und Robotik“ im Technologietransferzentrum Kitzingen (TTZ KT) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) statt. Die Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem Technologietransferzentrum Neustadt/Aisch der Hochschule Ansbach und dem Mittelstand-Digital Zentrum Franken organisiert wurde, zog rund 50 Teilnehmer an, vor allem aus der regionalen Unternehmenslandschaft. Das Event hatte sich zum Ziel gesetzt, aktuelle Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz (KI), Robotik und Digitalisierung zu beleuchten und konkrete Anwendungsmöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen aufzuzeigen. Die Teilnehmer konnten sich auf Impulsvorträge und praxisorientierte Workshops freuen, die Themen wie den EU-AI-Act, Prompt Engineering und KI-Use-Case-Analysen abdeckten.

Das TTZ Kitzingen spielt eine zentrale Rolle als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Hier wird praktischen Anwendungen neuer Technologien nachgegangen, was für die regionale Wirtschaft von großer Bedeutung ist. Begleitet wird die Standortentwicklung durch den Landkreis Kitzingen und die beteiligten Hochschulen, die seit Beginn an der Förderung regionaler Innovationen arbeiten. Wie wichtig solche Veranstaltungen sind, zeigt sich nicht zuletzt in der steigenden Relevanz von KI im Arbeitsalltag und im privaten Leben.

Regulierung und Verantwortung

Ein besonders spannendes Thema, das auch bei der Veranstaltung angesprochen wurde, ist der AI Act, der am 21. Mai 2024 von den 27 EU-Mitgliedstaaten verabschiedet wurde. Dies ist das erste umfassende Regelwerk weltweit, das sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Ziel ist es, Vertrauen und Akzeptanz in KI-Technologien zu schaffen und gleichzeitig Innovationen in Europa zu fördern. Der AI Act verfolgt einen risikobasierten Ansatz, der besagt: Je höher das Risiko, desto strengere Vorgaben müssen erfüllt werden. So sind etwa KI-Systeme, die das Verhalten von Personen manipulieren können, strikt verboten. Auch das kontroverse „Social Scoring“ hat keinen Platz in der neuen Gesetzgebung.

Die Transparenzpflicht für künstlich erzeugte oder bearbeitete Inhalte ist ein weiterer wichtiger Punkt. Nutzer müssen klare Informationen erhalten, wenn es um Audios, Bilder oder Videos geht, die mit KI erstellt wurden. Dies ist besonders relevant für Unternehmen, die in kreativen Branchen tätig sind, denn sie profitieren von den neuen Regelungen. Zum Beispiel müssen Anbieter von allgemeinen KI-Modellen wie ChatGPT oder Gemini seit dem 2. August 2024 spezielle Governance-Regeln einhalten, um ihre Quellen und die Einhaltung des Urheberrechts nachzuweisen.

Unterstützung für Unternehmen

Für kleine und mittelständische Unternehmen gibt es Unterstützung durch den „KI-Service Desk“ der Bundesnetzagentur. Dieses Tool ermöglicht es den Unternehmen zu prüfen, ob und in welchem Umfang die KI-Verordnung für ihre Systeme gilt. Auch das Fraunhofer-Institut IAIS hat reagiert und einen kostenfreien KI-Prüfkatalog entwickelt, der Entwicklern und Prüfern hilft, KI-Anwendungen zu gestalten und zu sichern. Die Informationen zur neuen Gesetzgebung sind auf der Webseite der EU-Kommission sowie auf Plattformen wie „KI-NRW“ verfügbar, sodass sich Unternehmen umfassend informieren können.

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Die Bedeutung solcher Veranstaltungen und Regelungen ist nicht zu unterschätzen. Während KI immer mehr in den Alltag einzieht, wird auch der Bedarf an verantwortungsvoller Handhabung und klaren Richtlinien größer. Die Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, wie sie im TTZ Kitzingen gepflegt wird, könnte also der Schlüssel sein, um die Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich zu meistern. Wer hätte gedacht, dass Kitzingen mal so im Rampenlicht der digitalen Transformation steht?