Heute ist der 25.04.2026. In Landsberg am Lech stehen die Kreisräte vor einer großen Herausforderung: Am Donnerstagabend müssen sie entscheidende Weichenstellungen vornehmen, um den Haushalt für das Jahr 2026 zu überarbeiten. Die Regierung von Oberbayern hat den Haushalt nicht genehmigt, da die dauerhafte Leistungsfähigkeit des Landkreises als nicht gesichert eingeschätzt wird. Ein Defizit von rund 22 Millionen Euro wird für 2026 erwartet, und auch in den kommenden Jahren sind ähnliche Fehlbeträge zu befürchten.

Der scheidende Landrat Thomas Eichinger (CSU) warnt eindringlich vor der Notwendigkeit, Kredite für laufende Ausgaben aufzunehmen. In einer Sitzung hat der Kreistag bereits beschlossen, in nahezu allen Bereichen zu sparen. So werden beispielsweise millionenschwere Baumaßnahmen an zwei Landsberger Schulen verschoben, und die Erweiterung des Saunabereichs im Kauferinger Lechtalbad wird ebenfalls nicht umgesetzt. Die Kreisumlage soll 2026 nicht erhöht werden, doch für den Zeitraum von 2027 bis 2029 gibt es eine Absichtserklärung, die Umlage um rund drei Prozent anzuheben.

Strukturelle Probleme und steigende Ausgaben

Die Finanzsituation ist nicht nur lokal ein Problem. Laut dem Statistischen Bundesamt fehlten den Kommunen in Deutschland im Jahr 2025 insgesamt 31,9 Milliarden Euro. Thomas Karmasin (CSU), Präsident des Bayerischen Landkreistages, bezeichnet die Lage der bayerischen Kreise als desaströs. Die Probleme werden als strukturell angesehen, wobei ein besonderer Fokus auf den steigenden Sozialausgaben liegt, die durch neue Bundesansprüche verursacht werden.

Ein Blick auf die bundesweite Situation zeigt, dass die kommunalen Kern- und Extrahaushalte in Deutschland im Jahr 2024 ein Finanzierungsdefizit von 24,8 Milliarden Euro aufwiesen. Dies ist das höchste Defizit seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Die Hauptausgabentreiber sind dabei die Sozialleistungen, deren Kosten 2024 um 11,7 % auf 84,5 Milliarden Euro anstiegen.

Herausforderungen für die neue Landrätin

Inmitten dieser finanziellen Turbulenzen wird Daniela Groß (Grüne) am 1. Mai neue Landrätin. Sie wird sich mit signifikanten Herausforderungen konfrontiert sehen, insbesondere im Hinblick auf die Notwendigkeit, bis zum 1. Juni eine genehmigungsfähige Haushaltssatzung vorzulegen. Landrat Eichinger äußert bereits Zweifel, ob die im neuen Bayern-Haushalt bereitgestellten 3,9 Milliarden Euro aus einem Sondervermögen des Bundes für die Kommunen die finanziellen Probleme des Landkreises tatsächlich lösen können.

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Die Ausgaben der Kernhaushalte stiegen 2024 um 8,8 % auf 362,7 Milliarden Euro, während die bereinigten Einnahmen um lediglich 3,5 % auf 338,5 Milliarden Euro zulegten. Die Steuereinnahmen stiegen nur geringfügig, was die prekäre Lage der kommunalen Finanzen weiter verschärft. Ein Ausblick auf die kommenden Jahre bleibt also spannend, und die Entscheidungsträger in Landsberg müssen dringend Lösungen finden, um den Landkreis gesund zu halten.