Am Mittwochvormittag sorgte ein Ölfilm auf dem Lech in Landsberg für Aufregung. Die Entdeckung führte dazu, dass bis zur Staustufe bei Scheuring Sperren auf dem Wasser errichtet wurden. Der Kreisbrandrat Christoph Resch berichtete, dass rund 1000 Liter Betriebsstoffe in den Fluss gelangt sind. Am Nachmittag des gleichen Tages flog Resch mit einem Polizei-Hubschrauber über den Lech und stellte fest, dass der dünne Ölfilm an den Sperren noch sichtbar war.

Am Donnerstag setzten die Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim ihre Erkundungen fort. Sie konnten berichten, dass nichts mehr sichtbar sei. Dr. Kathrin Knief vom Wasserwirtschaftsamt äußerte die Vermutung, dass sich das Öl im Fluss verteilt hat. Auch wenn die Ölsperren am Lady-Herkomer-Steg in Landsberg und an der Staustufe Höhe Hurlach bestehen bleiben, zog das Landratsamt am Donnerstagnachmittag seine Warnung zurück, im Lech nicht zu baden oder Wassersport zu treiben. Julia Schober, die Pressesprecherin des Landratsamts, stellte jedoch klar, dass dies nicht als Empfehlung zum Baden oder Wassersport verstanden werden solle.

Ungeklärte Herkunft des Öls

Ein großes Rätsel bleibt die genaue Art des Stoffes, der in den Lech gelangte. Ob es sich um Benzin, Diesel oder Heizöl handelt, kann noch nicht abschließend geklärt werden. Das Wasserwirtschaftsamt hat eine Probe an das Landesamt für Umwelt in Augsburg geschickt, wo die Ergebnisse in den kommenden Tagen erwartet werden. Eine Einschätzung zur Gefahr für die Tier- und Pflanzenwelt kann erst gegeben werden, wenn der Stoff identifiziert ist. Glücklicherweise gab es laut Kathrin Knief kein Fischsterben, was zumindest ein kleiner Lichtblick in dieser Situation ist.

Die Stadtwerke Landsberg sind weiterhin auf der Suche nach der Ursache des Vorfalls. Sie decken ein großes Einzugsgebiet ab, das bis in den Westen der Stadt reicht. Besonders interessant ist, dass die Zuläufe in den Lech am Lady-Herkomer-Steg Wasser aufnehmen, das bei starkem Regen nicht in die Kläranlage geleitet werden kann. Doch aufgrund eines laufenden Ermittlungsverfahrens können die Stadtwerke momentan keine Stellungnahme abgeben.

Ölverschmutzung und ihre Gefahren

Die Gefahren von Ölverschmutzungen sind nicht zu unterschätzen. Jährlich gelangen etwa 6.000 Tonnen Öl in die Meere, was das Ökosystem und dessen Bewohner massiv bedroht. Vögel sind oft die ersten Opfer, deren Gefieder durch Öl seine isolierende Wirkung verliert, was zu Unterkühlung und letztlich zum Tod führt. Auch Meeressäuger, Jungfische und Reptilien sind empfindlich gegenüber Öl, das ihr Nervensystem schädigen kann, wenn giftige Stoffe eingeatmet werden. Die Ölverschmutzung wird häufig nur bei großen Unglücken sichtbar, während tägliche Förderpraktiken ebenfalls ihren Teil dazu beitragen.

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In der Nordsee und dem angrenzenden Nordostatlantik sind über 740 Öl- und Gasplattformen aktiv, und selbst kleine Störfälle führen zu einem kontinuierlichen Austritt von Öl. Der vollständige bakterielle Abbau von Öl kann Jahrzehnte dauern, was die Langzeitwirkungen auf die Umwelt deutlich macht. Es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse die Untersuchung des Vorfalls in Landsberg bringen wird und wie sich die Situation am Lech weiter entwickeln wird.

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