Die Geschichte der Lufthansa-Maschine „Landshut“ ist eine der schillerndsten und zugleich tragischsten Episoden der deutschen Luftfahrtgeschichte. Am 13. Oktober 1977 wurde das Flugzeug, auf dem Weg von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main, von einem vierköpfigen Terrorkommando der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) entführt. An Bord waren 86 Passagiere, drei Flugbegleiterinnen sowie der Pilot und der Co-Pilot. Die Entführer hatten Waffen und Sprengstoff im Gepäck und setzten alles daran, ihre Forderungen durchzusetzen. Sie wollten nicht nur die Freilassung von in Deutschland inhaftierten Terroristen der RAF, sondern auch 15 Millionen US-Dollar als Lösegeld.

Die dramatischen Ereignisse führten zur Landung in verschiedenen Ländern, darunter Rom und Dubai, bevor die Maschine letztlich in Mogadischu notlanden musste. Dort wurde die Situation für die Geiseln, die unter enormem Druck standen, ins Unermessliche verschärft. Die Bundesregierung verhandelte im Hintergrund, doch es war die GSG 9, die am 18. Oktober 1977, nach mehr als 54 Stunden in der Gewalt der Entführer, die Geiseln befreite. Ein Wettlauf gegen die Zeit, der letztlich nicht nur die Geiseln rettete, sondern auch einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte darstellt.

Die „Landshut“ im Fokus der politischen Bildung

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat seit 2017 die Verantwortung für die originale „Landshut“, die seit neun Jahren in einem Hangar in Friedrichshafen steht. Neulich gab der neue Präsident der Bundeszentrale bekannt, dass die Maschine nur für sechs Monate ausgestellt wird. Die Eröffnung des geplanten Lernorts „Landshut“ ist für den 18. Oktober 2027 anlässlich des Jahrestages der Befreiung vorgesehen. Doch die finanziellen Mittel sind angespannt, was einen langfristigen Betrieb des Lernorts in Frage stellt. Historiker Martin Rupps, der die „Landshut“ 2017 nach Deutschland holte, äußert sich empört über die Entscheidung und kritisiert, dass trotz eines vorhandenen Restaurierungskonzepts und Unterstützung von Lufthansa keine Maßnahmen ergriffen wurden.

Der Mietvertrag für die „Landshut“ läuft über 15 Jahre und die monatlichen Kosten sind nicht ohne: 13.000 Euro im ersten Hangar und 50.000 Euro im zweiten, dazu Nebenkosten von 8.500 Euro. Rupps ist überzeugt, dass das Projekt bisher Millionen Euro gekostet hat und schlägt vor, die „Landshut“ an das Technik-Museum in Sinsheim-Speyer zu übergeben. Er fordert zudem eine grundlegende Reform der Bundeszentrale für politische Bildung und kritisiert die Führung durch ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete, während er ein Computerspiel über den „Deutschen Herbst“ als unverhältnismäßig teuer erachtet.

Der „Deutsche Herbst“ und seine Folgen

Die Ereignisse rund um die Entführung der „Landshut“ sind Teil des „Deutschen Herbstes“, eine Zeit geprägt von Terror und politischen Unruhen, die im September und Oktober 1977 ihren Höhepunkt erreichten. Die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und die Selbstmorde führender RAF-Mitglieder in Haft waren ebenso Teil dieses düsteren Kapitels, das die Bundesrepublik Deutschland nachhaltig prägte. Am 5. September 1977 war Schleyer entführt worden, was die Bundesregierung unter Druck setzte. Die Entführer forderten die Freilassung von RAF-Terroristen – darunter Andreas Baader und Gudrun Ensslin – und versuchten mit der „Landshut“-Entführung, den Druck auf die Regierung zu erhöhen.

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Die Befreiung der Geiseln am 18. Oktober durch die GSG 9 war ein Erfolg, der jedoch in den Schatten der tragischen Ereignisse rund um Schleyers Entführung und Ermordung fiel. Seine Leiche wurde nur einen Tag später gefunden. Im Rückblick auf diese Zeit, die von Angst und Unsicherheit geprägt war, wird deutlich, wie sehr die Gesellschaft und die Politik unter dem Druck dieser gewaltsamen Auseinandersetzungen litten. Die Bundeszentrale für politische Bildung plant, diese historischen Ereignisse in ihre Bildungsarbeit einzubinden. Es bleibt abzuwarten, wie die „Landshut“ und ihre Geschichte in Zukunft präsentiert werden.

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