Ein ganz besonderes Wetterereignis hat kürzlich die Region um Lindau am Bodensee in Aufregung versetzt. Passanten auf der Lindauer Insel konnten am Mittwoch, dem 11.06.2026, eine beeindruckende Wasserhose beobachten, die über den Bodensee zog. Die „Schwäbische Zeitung“ berichtete darüber und machte deutlich, dass es sich um ein relativ seltenes Phänomen handelt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte, dass es sich tatsächlich um eine Wasserhose handelt, gestützt auf gesichtete Bilder.

Es ist schon faszinierend, wie solche Wasserhosen entstehen. Sie sind kleine Wirbelstürme, die sich über Wasser bilden und typischerweise im Spätsommer oder Herbst auftreten. Um eine Wasserhose zu bilden, sind starke Temperaturgegensätze und aufsteigende Luft erforderlich. Das Wetter in Lindau hatte am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von 8 bis 9, also vergleichbar mit Sturmgeschwindigkeit, seinen Teil dazu beigetragen. Die genauen Winddaten an der Stelle der Wasserhose bleiben zwar unklar, aber die Umstände waren eindeutig passend für dieses seltene Schauspiel.

Wie entsteht eine Wasserhose?

Die Bedingungen für die Entstehung einer Wasserhose sind nicht ganz alltäglich. Der DWD erklärt, dass Wasserhosen auf dem Bodensee etwa zwei- bis dreimal im Jahr auftreten, hauptsächlich im September, wenn die Wassertemperaturen besonders hoch sind. Diese hohen Temperaturen fördern die Bildung von Querzirkulation durch Windströmungen. In diesem Fall hielt sich die Wasserhose für fünf bis zehn Minuten über dem Wasser.

Interessanterweise sind die meisten Wasserhosen vergleichbar mit Tornados, aber sie entstehen unter ganz anderen Bedingungen. Während die gefürchteten Tornados aus Superzellen oder deren Mesozyklonen hervorgehen, benötigen Wasserhosen eine Kombination aus warmem Oberflächenwasser und kalter, labil geschichteter Luft. In der Schweiz beispielsweise sind ähnliche Wetterphänomene vor allem im Spätsommer oder Frühherbst zu beobachten. Eine windschwache Lage mit schwacher vertikaler Windscherung ist auch entscheidend, denn zu starker Höhenwind kann den Vortex zerreißen.

Ein Phänomen mit vielen Gesichtern

Die Wasserhose, die am Mittwoch über den Bodensee fegte, war ein eindrucksvolles Beispiel für die Kraft der Natur. Wenn man sich vorstellt, wie sich die Luft über dem Wasser zusammenzieht und spiralförmig aufsteigt – das hat schon etwas Magisches. Man könnte fast meinen, die Natur hat hier ein kleines Schauspiel inszeniert. Die Bedingungen waren perfekt, und die Zuschauer waren begeistert. Es ist immer wieder erstaunlich, wie solche Wetterereignisse Menschen zusammenbringen können.

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Während Wasserhosen in unseren Breiten selten sind, kennt man sie aus dem US-Bundesstaat Florida, wo sie viel häufiger auftreten. Dort sind die Bedingungen für ihre Bildung durch das Zusammentreffen von trocken-kalter Luft und feucht-warmer Luft nahezu ideal. Man könnte sagen, die „Tornado-Alley“ ist ein ganz anderer Ort im Vergleich zu den malerischen Ufern des Bodensees.

Insgesamt bleibt die Faszination für Wasserhosen und deren Entstehung ungebrochen. Solche Ereignisse sind nicht nur für Meteorologen von Interesse, sondern auch für jeden, der die Schönheit und Kraft der Natur zu schätzen weiß. Man fragt sich, was als Nächstes kommt, denn die Natur hat immer wieder Überraschungen parat. Ob in Lindau oder anderswo – die Wildheit des Wetters wird uns immer wieder in Staunen versetzen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie den Artikel auf faz.net nachlesen oder sich bei br.de informieren.