Die Badesaison in den wunderschönen Gewässern des Landkreises Miesbach steht vor der Tür. Doch bevor die ersten Sonnenanbeter ihre Handtücher ausbreiten und ins erfrischende Nass springen, gibt es einige wichtige Hinweise, die man unbedingt beachten sollte. Aktuelle Informationen von der Wasserwacht zeigen, dass die Wassertemperaturen in größeren Tiefen selbst an warmen Tagen weiterhin im einstelligen Bereich liegen. Das bedeutet: Vorsicht ist geboten! Die Wasserwacht mahnt, dass Seen Naturgewässer mit besonderen Risiken sind und dass die Temperaturen zu Saisonbeginn deutlich niedriger sind als die Außentemperaturen. Kreislaufschwierigkeiten, Muskelkrämpfe und Atemnot können die Folge des kalten Wassers sein. Daher raten die Experten, sich langsam an die Wassertemperatur zu gewöhnen.
Besonders spannend ist die Situation am Strandbad Kaltenbrunn, wo es in dieser Saison möglicherweise keinen DLRG-Wachdienst geben wird. Die DLRG Gmund-Waakirchen prüft zwar die Möglichkeit eines Wachdienstes, doch die Eigentümerin des Strandbades, die Blue Lion GmbH, plant den Abriss der über 70 Jahre alten Gebäude. Dafür sollen vier neue Gebäude entstehen, darunter auch eine DLRG-Station. Das lässt hoffen, dass bald wieder ein Wachdienst vor Ort ist, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten. In der Region sind insgesamt sechs Ortsgruppen der Wasserwacht aktiv, mit etwa 400 engagierten Mitgliedern, die an den beliebten Badestellen wie dem Tegern-, Schlier- und Hackensee sowie am Seehamer See für Sicherheit sorgen.
Sicherheitsmaßnahmen und Empfehlungen
Die Wasserwacht setzt an Wochenenden und Feiertagen etwa 10 bis 15 Einsatzkräfte pro Standort ein, die von 10 bis 18 Uhr im Dienst sind. Simon Horst, der BRK-Kreisgeschäftsführer, informiert über die Einsatzpläne und betont die Wichtigkeit der Sicherheitsmaßnahmen. Die Wasserwacht empfiehlt zudem, Kinder niemals unbeaufsichtigt zu lassen und nicht alkoholisiert zu schwimmen oder Boot zu fahren. Bei plötzlichen Gewittern sollte man rechtzeitig das Wasser verlassen. Wer mit einem SUP, Kajak oder Boot unterwegs ist, sollte unbedingt eine Rettungsweste tragen. Und nach der Nutzung von Sportgeräten und Booten ist es wichtig, diese ordnungsgemäß zu sichern.
Ein Vorfall aus dem Sommer 2025, bei dem treibende SUP-Boards auf dem Schliersee zu einem größeren Wasserrettungseinsatz führten, zeigt, wie wichtig diese Sicherheitsvorkehrungen sind. Auch wenn die Temperaturen steigen und viele Menschen die Gewässer zum Schwimmen und Entspannen aufsuchen, bleibt Schwimmen nicht ohne Risiken. Andreas Paatz, der Bundesleiter der Wasserwacht, empfiehlt, dass Kinder frühzeitig Schwimmen lernen sollten. Das bloße „Seepferdchen“ reicht oft nicht aus; das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze ist erforderlich, um wirklich sicher schwimmen zu können.
Baderegeln für alle Altersgruppen
Die Baderegeln gelten für alle Altersgruppen und sind auf der Website der DRK-Wasserwacht zu finden. Zu den wichtigsten Regeln gehören: Verlassen Sie das Wasser, wenn Sie frieren! Nicht überhitzt ins Wasser springen, Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt lassen und nicht mit vollem oder leerem Magen ins Wasser gehen. Alkohol und Drogen haben im Wasser nichts zu suchen. Bei Gewitter, Starkregen oder starkem Wellengang sollte man das Wasser schnellstens verlassen.
Im Falle eines Badeunfalls ist schnelles Handeln gefragt! Der Notruf 112 muss umgehend veranlasst werden. Bei einem Notfall sollte der Kontakt mit der ertrinkenden Person vermieden werden, wenn man nicht ausgebildet ist. Der Einsatz von Hilfsmitteln wie Rettungsringen kann Leben retten. Bei Unterkühlung ist es wichtig, nasse Kleidung vorsichtig auszuziehen und eine Rettungsdecke bereitzuhalten. Und nicht zu vergessen: Bei Bewusstlosigkeit sollte die Atmung kontrolliert und die betroffene Person in die stabile Seitenlage gebracht werden.
Die Wasserwacht des DRK hat über 140.000 Mitglieder und engagiert sich mit mehr als 3.000 Wachstationen. Rund 100.000 Aktive setzen sich für die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung ein. Es ist also an der Zeit, die Badesaison mit einem bewussten Sicherheitsbewusstsein zu beginnen und das kühle Nass sicher zu genießen! Für weitere Informationen und Sicherheitstipps können Interessierte die Website der DRK-Wasserwacht besuchen.
