Im Landkreis Mühldorf am Inn spielen Kriseninterventions-Teams eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Menschen in extremen Notlagen zu helfen. Monika Meingaßner (47) und Yvette Sklaschus (53) sind zwei solcher Experten, die sich für Betroffene von schweren Unfällen, Bränden oder plötzlichen Todesfällen einsetzen. Ihre Arbeit ist in solchen Krisensituationen von unschätzbarem Wert. Sie beginnen, wo das Unglück geschieht, und bieten Stabilität und Unterstützung an.

Die Reaktionen der Menschen auf diese Schocksituationen sind unglaublich vielfältig. Manchmal stehen sie wie versteinert da, während andere aktiv versuchen, das Geschehene zu begreifen. Gerade die ersten Stunden nach einem traumatischen Ereignis sind von enormer Bedeutung für die weitere Bewältigung. Das Kriseninterventionsteam bleibt so lange vor Ort, wie es von den Betroffenen gewünscht wird. Dabei informieren sie über Beratungsstellen und Hilfsangebote im Landkreis Mühldorf. Die emotionale Stärke und die professionelle Distanz, die solche Einsätze erfordern, sind zweifelsohne beeindruckend.

Herausforderungen und Ausbildung

Im Jahr 2025 war das Kriseninterventionsteam 56 Mal im Einsatz, während es in den Jahren 2023 und 2024 noch etwa 70 Einsätze pro Jahr waren. Das zeigt, wie wichtig diese Unterstützung in unserer Gesellschaft ist. Die Ausbildung für Interessierte in der Krisenintervention ist jedoch kein Zuckerschlecken. Man muss gefestigt sein und die zeitlichen Kapazitäten mitbringen. Ehrenamtliche Helfer sind dringend gesucht, vor allem beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK), das aktuell nur sechs aktive Mitglieder hat. Die katholische Notfallseelsorge hat sogar nur eine Person im Einsatz. Wer Interesse hat, kann sich unter den Kontaktadressen fd.psnv.kvmue@brk.de und Notfallseelsorge-MUE@eomuc.de melden.

Die Ausbildung in der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) ist umfassend und erfolgt gemäß den Richtlinien der International Critical Incident Stress Foundation (ICISF). Sie besteht aus mehreren Modulen, die von Basisseminaren über Einsatznachsorge bis hin zu speziellen On-Scene-Support-Trainings reichen. Um die volle Zertifizierung als Einsatzkraft zu erreichen, müssen die Teilnehmer eine mündliche Leistungsüberprüfung ablegen—das ist kein Pappenstiel! Außerdem müssen sie eine Mindestausbildung vorweisen, die eine Erste-Hilfe-Ausbildung und eine Präventionsschulung gegen sexuelle Gewalt umfasst.

Psychosoziale Notfallversorgung im Fokus

Die Psychosoziale Notfallversorgung zielt darauf ab, Menschen in kritischen Lebensereignissen zu unterstützen—sei es für Angehörige, Hinterbliebene oder Einsatzkräfte selbst. Über 100 Kriseninterventionsdienste im Deutschen Roten Kreuz (DRK) bieten psychosoziale Akuthilfe an. Mitarbeitende dieser Dienste durchlaufen eine umfassende Grundausbildung, die Hospitations- und Praktikumsphasen einschließt. Regelmäßige Fortbildungen sind dabei ebenso wichtig wie Supervisionen. Diese Standards gewährleisten, dass die Helfer gut auf die Herausforderungen vorbereitet sind, die sie in Extremsituationen erwarten.

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Besonders in Anbetracht der psychischen Belastungen durch Ereignisse wie die Corona-Pandemie oder die Hochwasserkatastrophe 2021 wird deutlich, wie dringend solche Unterstützungsangebote benötigt werden. Projekte wie PsychoKat haben sich mit den Auswirkungen solcher Krisen befasst und ein umfassendes psychosoziales Lagebild erarbeitet. Diese Ergebnisse sind nicht nur für die Einsatzkräfte von Bedeutung, sondern auch für alle, die in Krisensituationen helfen möchten.

Das Engagement von Menschen wie Monika Meingaßner und Yvette Sklaschus ist unverzichtbar. Ihre Arbeit zeigt, wie wichtig es ist, in schwierigen Zeiten füreinander da zu sein und Unterstützung zu bieten. In einer Welt, die oft unberechenbar ist, ist es beruhigend zu wissen, dass es Menschen gibt, die bereit sind, in der Not anpacken—und das mit Herz und Verstand.

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