In Mühldorf am Inn, einer Stadt, die nicht nur für ihr charmantes Ambiente bekannt ist, steht ein spannendes Projekt an: Der Bau eines Parkdecks am Stadtwall mit rund 130 zusätzlichen Stellplätzen. Das klingt erstmal nach einer guten Nachricht für alle, die im Altstadtbereich arbeiten oder dort einkaufen möchten. Der Bauausschuss hat das Vorhaben bereits mehrheitlich positiv an den Stadtrat weitergeleitet. Nun muss nur noch der Stadtrat am 23. Juli entscheiden. Bis dahin bleibt die Frage: Werden die Parkplätze wirklich ausreichen, um die Parkplatznot zu lindern?

Christian Kühl, der Vorsitzende der „Aktionsgemeinschaft Mühldorf-vor-Ort“, hat sich klar positioniert. Er fordert mehr Parkmöglichkeiten für die rund 1300 Mitarbeiter, die in der Altstadt tätig sind. Viele dieser Angestellten kommen von außerhalb und benötigen dringend einen Platz, um ihre Autos abzustellen. Ein Mitarbeiterparkplatz wird mittlerweile als wichtiges Kriterium für attraktive Arbeitsplätze gesehen. Kühl und seine Gemeinschaft setzen sich zudem für eine zentrale Parkhaus-Lösung am Sümö-Gelände ein, sehen jedoch auch das Parkdeck am Stadtwall als hilfreich an. Dies ist eine interessante Wendung, vor allem, weil der Bauausschuss sich gegen vermietete Stellplätze ausgesprochen hat. Stattdessen sollen die Parkplätze öffentlich sein, was wiederum die Möglichkeit eröffnet, Fördergelder zu erhalten.

Parkraumbewirtschaftung und Herausforderungen

Ein weiterer Punkt, der zur Diskussion steht, ist die geplante „Parkraumbewirtschaftung im Altstadtumfeld“. Dadurch soll das Parken kostenpflichtig werden, was durchaus umstritten ist. Kühl betont, dass ein Parkdeck mit nur öffentlichen Stellplätzen die Parkplatznot nicht vollständig lösen kann. Die Akzeptanz eines kostenpflichtigen Parkdecks hängt stark von Faktoren wie Lage, Erreichbarkeit und der Einbindung in bestehende Kundenströme ab. Das klingt fast wie eine kleine Wissenschaft für sich!

In der Altstadt gibt es bereits einige kostenlose, zeitlich limitierte Stellplätze, etwa am Zentralparkplatz und am Hallenbadparkplatz. Dort kann man bis zu drei Stunden mit einer Parkscheibe parken. Der neue Parkplatz westlich der Leopoldstraße unterliegt ebenfalls einer Parkscheibenpflicht von Montag bis Freitag zwischen 9.00 und 18.00 Uhr. Die Parkplätze am Stadtwall sind bis auf zwölf Kurzzeitparkplätze nicht limitiert, während kostenlose, zeitlich nicht limitierte Parkplätze auf dem Festplatz an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße zur Verfügung stehen, wenn keine Großveranstaltungen anstehen. Anwohner in Straßen mit bewirtschaftetem Parkraum im Altstadtring haben die Möglichkeit, einen Bewohnerparkausweis zu beantragen, was ihnen unbefristetes Parken auf rot gekennzeichneten Parkplätzen ermöglicht.

Die Entwicklung des Parkdecks

Es ist spannend zu beobachten, wie sich die Pläne um das Parkdeck am Haberkasten konkretisieren. Das Projekt sieht vor, ein Parkdeck mit vier Etagen zu errichten, das die Suche nach einem Parkplatz für Mitarbeiter von Innenstadtfirmen, Kunden und Besucher erheblich erleichtern soll. Im Februar 2024 präsentierten die Fraktionen von CSU, Grünen und SPD einen Vorschlag zur Schaffung von mehr Parkraum in der Nähe des Stadtplatzes. Im Sommer 2024 wurde beschlossen, das Parkdeck auf dem bestehenden Parkplatz P5 Haberkasten zu bauen, das etwa 150 Parkplätze bieten soll. Die Machbarkeitsstudie, die im Juli 2025 vorgestellt wurde, enthielt mehrere Varianten, von denen die Variante 4 mit zwei Bauteilen von der Stadtverwaltung und der Städtebauförderung favorisiert wird. Diese Variante verspricht eine bessere Integration ins Stadtbild und hat eine Wandhöhe von maximal 9 Metern – und das alles für geschätzte 4 Millionen Euro.

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Die Stadt rechnet mit einer Förderung von etwa 1,7 Millionen Euro, wodurch sich die Kosten für Mühldorf auf etwa 2,3 Millionen Euro reduzieren. Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber hat zudem angekündigt, dass weitere dezentrale Parkmöglichkeiten im Altstadtbereich geplant sind. Der Bauausschuss diskutierte bereits verschiedene Aspekte des Projekts und betonte, dass die vier großen Bäume am Standort erhalten bleiben müssen. Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Mühldorfer den neuen Parkraum letztlich als Entlastung empfinden werden.

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