Probleme mit Krähen und Tauben in Mühldorf am Inn
In Mühldorf am Inn gibt es zurzeit ein großes Problem mit Krähen und Tauben. Diese Thematik wurde kürzlich in einer Stadtratssitzung lebhaft diskutiert. Stefan Schörghuber von der CSU brachte die Problematik der Abfalleimer zur Sprache. Es stellte sich heraus, dass viele der Abfalleimer im Stadtpark nicht mit Schutzringen ausgestattet sind, was den Krähen einen leichten Zugang zu den Abfällen ermöglicht. „Die Krähen nutzen die Eimer als Nahrungsquelle“, so Schörghuber. Die Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner informierte die Anwesenden darüber, dass man bereits an einer Lösung arbeite. So sollen die Abfalleimer nach und nach ausgetauscht werden. In den letzten sieben Jahren wurden bereits rund 150 von 415 Eimern ersetzt, mit einer jährlichen Austauschrate von bis zu 30 Eimern. Ein neuer Abfalleimer kostet die Stadt etwa 250 Euro, wobei der Bauhof für die Montage zuständig ist.
Doch nicht nur die Krähen bereiten Mühldorf Kopfzerbrechen. Auch die Taubenplage macht den Stadtbewohnern zu schaffen. Diese wird vor allem durch das Füttern der Tiere und das Nisten an Gebäuden verschärft. Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber (SPD) kündigte an, dass sie mit dem Ordnungsamt die Möglichkeit eines Fütterverbots prüfen möchte. Stadtjustiziar Peter Abt wies darauf hin, dass München bereits seit 1996 ein solches Fütterverbot erlassen hat – Verstöße können hier mit Geldbußen von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. In Mühldorf ist der Begriff „Plage“ jedoch umstritten. Stadtsprecher Werner Kurzlechner betonte, dass keine Gesundheitsgefährdung durch die Tauben vorliege.
Herausforderungen und mögliche Lösungen
Ein weiteres Thema, das zur Sprache kam, war die mögliche Reduzierung der Taubenpopulation. Maßnahmen wie das Abklauben von Eiern stehen zur Diskussion, sind jedoch aufwendig und zeitintensiv. Die Stadtverwaltung appelliert an die Bürger, das Füttern der Tauben zu unterlassen, um die Population auf natürliche Weise zu verringern. Das Füttern ist zwar eine gängige Praxis, führt jedoch zu einer Überpopulation, die in vielen Städten, nicht nur in Mühldorf, zu einem echten Problem geworden ist.
Der Naturschutzbund NABU schätzt, dass es in Deutschland etwa 620.000 Tauben gibt. Diese verwilderten Nachfahren von Haustauben nisten sich hartnäckig in städtischen Gebieten ein und sind standorttreu – selbst wenn sie verscheucht werden, kehren sie zurück. In anderen Städten wie Vilshofen, wo Bürgermeister Florian Gams von den Schwierigkeiten berichtet, die durch den Taubenkot entstehen, hat man bereits verschiedene Maßnahmen ausprobiert. Vor zehn Jahren wurden beispielsweise Falken im Stadtturm angesiedelt, um die Tauben zu vertreiben. Doch auch dort nistet eine Taube im Nistkasten, was die Effektivität dieser Methode in Frage stellt.
Innovative Ansätze zur Taubenpopulation
In München werden jährlich zwischen 150 und 300 Tauben abgeschossen. Diese Methode ist jedoch umstritten, da Tauben unter Schutz stehen und ein Abschuss eine Ausnahmegenehmigung erfordert. In einigen Städten wird auch ein Medikament zur Populationskontrolle getestet, welches in Deutschland seit zwei Jahren in etwa 20 Städten erprobt wird. Ziel ist es, die Taubenpopulation um bis zu 70 Prozent zu verringern. Das Projekt „Taubenpille“ in Landsberg am Lech pausiert jedoch seit August 2024 auf Empfehlung der Naturschutzbehörde.
Ein interessanter Ansatz kommt aus Vilshofen, wo man ein Taubenhaus im Rahmen des „Augsburger Stadttaubenmodells“ eingerichtet hat. Dieses Taubenhaus soll die Tiere von der Straße weglocken und bietet ihnen Futter und Nistplätze. Luisa Hell, die das Taubenhaus betreut, hat in den letzten Monaten 120 Gips-Eier gesammelt, um die Population zu regulieren, indem sie frisch gelegte Eier gegen diese Gips-Eier austauscht. So hat sich die Anzahl der Tauben im Taubenhaus von ursprünglich 8 auf rund 40 erhöht.
Die Situation in Mühldorf ist also ein Spiegelbild der Herausforderungen, die viele Städte in Deutschland im Umgang mit Tauben und anderen urbanen Vögeln haben. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen in der Stadt letztlich beschlossen werden, um das Problem nachhaltig zu lösen. Die Diskussion um Fütterverbote, Abfalleimer und innovative Lösungen zeigt jedoch, dass die Stadt bereit ist, aktiv an einem Problemlösungsansatz zu arbeiten. Für die Bürger von Mühldorf ist es nun wichtig, sich an die Appelle der Stadtverwaltung zu halten und ihren Teil zur Verringerung der Taubenpopulation beizutragen.
Für weitere Informationen über die Problematik der Tauben in deutschen Städten, können Sie die detaillierte Berichterstattung auf Innsalzach24 und BR.de nachlesen.
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