Heute ist der 9.05.2026 und in München tut sich einiges. Die neue Koalition aus Grünen/Rosa Liste, SPD und FDP/Freien Wählern hat ihre Pläne für die Stadt vorgestellt. Am kommenden Montag stehen die Wahlen zur Zweiten Bürgermeisterin, die wahrscheinlich Mona Fuchs (Grüne) übernehmen wird, und zur Dritten Bürgermeisterin, für die Verena Dietl (SPD) vorgesehen ist, auf der Agenda. Das ist ein spannender Schritt für die Stadt, denn es könnte frischen Wind in die politische Landschaft bringen. Allerdings ist es auch ein ganz schöner Kraftakt, und die Erwartungen sind hoch! Quelle.
Ein Blick auf die Referate zeigt, dass sich die Vergabe von Stadtministerien ändern wird. Die CSU, die stärkste Kraft der Opposition, hat das Vorschlagsrecht für das Kommunalreferat erhalten, was in den letzten Jahren nicht üblich war. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) will das Lagerdenken zwischen Regierungsmehrheit und Opposition aufbrechen – ein mutiger Schritt! Die Grünen behalten die Hoheit über mehrere Referate, darunter das Personalreferat und das Planungsreferat, während die SPD vier Referate besetzen wird, darunter das Sozialreferat und das Gesundheitsreferat. Für die FDP bleibt das IT-Referat, und die Freien Wähler schlagen Marek Wiechers als Interims-Chef für das Kulturreferat vor.
Prioritäten der neuen Koalition
Der Koalitionsvertrag, der den Titel „Aufbruch und Solidarität, Erneuerung und Verlässlichkeit“ trägt und 35 Seiten umfasst, zeigt klar die Prioritäten auf: Die Bekämpfung der Wohnungskrise und die Konsolidierung des städtischen Haushalts stehen ganz oben auf der Agenda. Es gibt eine Notwendigkeit zur Reduzierung laufender Ausgaben, um Handlungsspielräume zu schaffen. Die Stadt möchte betriebsbedingte Kündigungen vermeiden und plant stattdessen Einsparungen bei den Verwaltungskosten, um die Effizienz zu steigern.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der geplante „Bau-Turbo“. Ziel ist es, 50.000 neue Wohnungen zu schaffen. Um dies zu erreichen, wird ein Wohnungsgipfel am 19. Mai mit Vertretern der Wirtschaft und der städtischen Gesellschaft „Münchner Wohnen“ stattfinden. Auch die Nutzung bereits erschlossener Stadtgebiete soll zur Entwicklung neuer Wohngebiete beitragen.
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung
Die neuen Stadtminister haben zudem klare Vorstellungen für das soziale Wohnen in München. Laut dem Koalitionsvertrag soll die „Münchner Sozialgerechte Bodennutzung“ (SoBoN) 30 % geförderte und 10 % preisgedämpfte Mietwohnungen sichern. Die Idee ist, dass München als Vorbildkommune für Umwelt- und Klimaschutz fungiert. Ein kräftiges Stück Arbeit, denn die Entwicklung eines „Münchner Appells zur Reform des Bodenrechts“ steht ebenfalls auf der Liste.
Die Stadt möchte den Fokus auf kompaktes Bauen legen, dabei aber die Natur und Landwirtschaft erhalten. Auch die Verkehrsanbindung durch den ÖPNV soll verbessert werden, während gleichzeitig ein autoarmes Quartier angestrebt wird. Die Einführung von mehr „grünen Wellen“ für Autofahrer könnte hier ein kleiner Lichtblick sein.
Ein Blick in die Zukunft
Die Herausforderungen sind groß, und die neuen Stadtminister müssen sich schnell an die Arbeit machen. Die geplanten Reformen im Planungs-, Bau- und Mietrecht durch Bund und Freistaat werden dringend benötigt. Der Weg zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist steinig, aber die Stadt hat sich ambitionierte Ziele gesetzt. Ob diese auch erreicht werden können? Die Zeit wird es zeigen.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die neue Koalition im Alltag bewähren wird und ob sie den hohen Erwartungen gerecht werden kann. Für die Münchnerinnen und Münchner könnte dies eine aufregende Zeit werden, in der viel Bewegung in die Stadt kommt!