Entsorgung von 1800 Tonnen Corona-Schutzmasken in Ulm
Heute ist der 11.06.2026 und in Ulm passiert etwas, das viele wohl mit einem mulmigen Gefühl ansehen: Knapp 1800 Tonnen Corona-Schutzmasken sollen entsorgt werden. Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Ausschreibung veröffentlicht, die am 2. Juni herauskam, und die Angebote können bis zum 2. Juli eingereicht werden. Die Entsorgung erfolgt durch einen Dienstleister, der die Masken und anderes medizinisches Material abholt. Insgesamt handelt es sich um 2174 Tonnen an Gegenständen, wobei 82 Prozent davon, also stolze 1783 Tonnen, Schutzmasken sind. Der Rest? Das sind 391 Tonnen Schutzbrillen und Spritzen, die ebenfalls nicht mehr verwendet werden können.
Der wertvolle Haufen an Schutzausrüstung hat einen geschätzten Gesamtwert von etwa 250 Millionen Euro. Aber halt, es wird noch konkreter: Die Entsorgungskosten für die Masken belaufen sich auf 750.000 Euro. Das lässt einen schon etwas schlucken, wenn man bedenkt, dass bis zu 75 Prozent dieser Masken aufgrund zollrechtlicher Vorgaben verbrannt werden müssen. Wie gesagt, in Ulm lagern diese Masken, und zwar in einem durch einen Dritten bewirtschafteten Lager in 89081 Ulm. Ein bisschen ironisch, wenn man bedenkt, dass das Technische Hilfswerk (THW) in der Stadt ein neues Logistikzentrum eröffnet hat, das 46 Millionen Masken lagert.
Ein Blick auf die Hintergründe
Wie kam es überhaupt zu dieser massiven Ansammlung an ungenutzten Masken? Das Bundesgesundheitsministerium hatte während der Pandemie 5,7 Milliarden Schutzmasken im Wert von 5,9 Milliarden Euro beschafft. Von diesen wurden nur etwa 2,12 Milliarden verteilt. Komischerweise sind mehr als zwei Drittel der Masken nie verwendet worden. Der Bundesrechnungshof hat im Jahr 2024 bereits von hohen Lagerbeständen und den damit verbundenen Folgekosten aufgrund der Überbeschaffung berichtet. Und jetzt, ja jetzt müssen wir uns mit den Konsequenzen auseinandersetzen.
Das THW Baden-Württemberg hatte im Februar 2022 ein neues Logistikzentrum im Gewerbegebiet Himmelweiler in Ulm eingeweiht. Es bleibt jedoch unklar, ob die abgelaufenen Masken in diesem neuen Lager gelagert sind. Die Entsorgung ist eine gespenstische Angelegenheit – diese Masken, die einst als Lebensretter galten, sind jetzt nichts weiter als Müll. Die vorgeschlagene Methode? Palettenweise sollen sie mit großen 40-Tonner-Lkw abtransportiert und dann verbrannt werden.
Die finanziellen Dimensionen
Die Entsorgungskosten sind nicht ohne. Mehr als 700.000 Euro werden für die gesamte Entsorgung, einschließlich Transport und Verbrennung, veranschlagt. Und die Maske, die einst ein Symbol für Hoffnung und Sicherheit war, endet nun in den Flammen. Es ist ein Bild, das sich in den Köpfen der Menschen festsetzt. Die Lagerkosten für die restlichen Masken belaufen sich auf rund 47 Millionen Euro pro Jahr. Das ist eine Menge Geld, die wir nicht vergessen dürfen.
Ein weiterer Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte: Etwa 360 Millionen Masken sind Gegenstand laufender rechtlicher Verfahren. Diese werden zur Beweissicherung gelagert, während Rechtsstreits mit Lieferanten im Spätsommer vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt werden. Spannend, oder? Unternehmen fordern Geld von der Bundesrepublik, während der Bund einen Teil des Kaufpreises zurückfordert. Es ist ein ständiges Hin und Her, das einem den Kopf schwirren lässt.
Wie gesagt, die Masken, die uns durch die Pandemie begleiten sollten, stehen nun vor ihrer letzten Reise. Und während sich die Frage nach der Notwendigkeit dieser riesigen Mengen an Schutzausrüstung durch die Köpfe der Menschen zieht, bleibt die Hoffnung, dass aus diesem Debakel Lehren gezogen werden. Aber das ist eine andere Geschichte.
