Heute ist der 19.07.2026 und die Vorfreude auf den Schwörmontag in Ulm ist förmlich greifbar. Für viele Einwohner und Besucher der Stadt ist der Schwörmontag ohne das beliebte Nabada, den bunten Wasserumzug auf der Donau, schlichtweg unvorstellbar. Doch in diesem Jahr gibt es einen Wermutstropfen: Das Gesundheitsamt warnt in einem aktuellen Bericht vor einer möglichen Verschlechterung der Wasserqualität des Flusses. Starkregen könnte die Belastung mit Krankheitserregern erhöht haben, was für die Teilnehmer ein ernstzunehmendes Risiko darstellt.

Jährlich strömen Tausende von Menschen zum Nabada, um auf Gummitieren, Schlauchbooten und Luftmatratzen durch die Donau zu gleiten und die verschiedenen Themenboote zu bestaunen, die lokale, bundes- und weltpolitische Themen darstellen. Doch die Freude könnte in diesem Jahr durch gesundheitliche Risiken getrübt werden. Der Gewässerbiologe Joachim Fürst macht darauf aufmerksam, dass in der Region eine Mischkanalisation vorliegt. Bei starkem Regen kann die Kläranlage überlastet werden, was dazu führt, dass ungereinigtes Wasser in die Donau gelangt. Die Folgen können unappetitlich sein: Fäkalkeime, Enterokokken und coliforme Keime könnten im Wasser lauern.

Gesundheitsrisiken beim Nabada

Das Gesundheitsamt rät eindringlich, das Wasser der Donau nicht zu schlucken, um Magen-Darm-Erkrankungen zu vermeiden. Immerhin ist die Donau kein offizielles Badegewässer und wird nicht regelmäßig nach den strengen EU-Richtlinien untersucht. Die Wasserqualität kann sich besonders nach Starkregenereignissen schnell und örtlich ändern. Und das ist nicht nur eine theoretische Gefahr: Nach dem Nabada 2024 wurden vermehrt Magen-Darm-Erkrankungen registriert – auch aufgrund von viel Regen. Die Teilnahme am Nabada und das Baden in der Donau erfolgen daher auf eigene Gefahr.

Das Gesundheitsamt appelliert an alle Teilnehmer, sich der Risiken bewusst zu sein und eigenverantwortlich zu handeln. Insbesondere Personen mit offenen Wunden oder geschwächtem Immunsystem sollten auf einen Aufenthalt im Wasser verzichten. Auch Kleinkinder und gesundheitlich vorbelastete Menschen müssen besonders vorsichtig sein. Ein weiterer Hinweis: Nach dem Aufenthalt in der Donau sollte man sich unbedingt duschen.

Überwachung der Wasserqualität

Im Vergleich zu den offiziellen Badestellen an Seen wird die Wasserqualität von Flüssen wie der Donau nicht kontrolliert. Während in der Badesaison 2025 in Deutschland 2.291 Badegewässer untersucht wurden und über 13.000 Wasserproben ausgewertet wurden, bleibt die Donau außen vor. Nur 37 Badegewässer lagen an Flüssen, und die Überwachung dieser Gewässer ist nicht so rigoros wie bei den Seen. Obwohl 98 Prozent der Badegewässer die Qualitätsanforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie erfüllten, waren drei sogar als „mangelhaft“ bewertet.

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Zusätzlich können auch Wetterereignisse wie Stürme und Regen die Wasserqualität beeinflussen. Diese bringen oft belastetes Schmutzwasser mit sich, was zu vorübergehenden Schließungen von Badegewässern führt. Bei den Schließungen spielten auch hygienische Mängel eine Rolle, die durch Frühwarnsysteme gemeldet wurden. In Anbetracht dieser Umstände bleibt abzuwarten, wie sich die Situation rund um das Nabada in Ulm entwickelt.

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