Im beschaulichen Kreis Neuburg-Schrobenhausen gibt es etwas, das die Menschen in der Region aufhorchen lässt. Zum ersten Mal wurde dort eine Infektion mit dem Borna-Virus nachgewiesen. Ein Mann aus Schrobenhausen ist an den Folgen dieser Erkrankung verstorben, und das Ganze kam ans Licht im Rahmen einer Obduktion. Das Landratsamt hat bereits Entwarnung gegeben – für die Bevölkerung besteht keine erhöhte Gefährdung, es handelt sich um einen sehr seltenen Einzelfall. Weitere Erkrankungen im Landkreis sind aktuell nicht bekannt, was die Gemüter etwas beruhigen dürfte.

Besonders interessant ist, dass das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Daher ist eine Nachverfolgung von Kontaktpersonen nicht erforderlich. Das Gesundheitsamt ist jedoch aktiv, um den Infektionsweg des Verstorbenen zu untersuchen und steht in engem Austausch mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Seit der Einführung der Meldepflicht im März 2020 gab es im Schnitt bis zu sieben akute Fälle einer Gehirnentzündung durch das Borna-Virus pro Jahr in Deutschland. Über 60 Infektionen sind bislang registriert, wobei mehr als 90% davon in Bayern vorkommen.

Was ist das Borna-Virus?

Ursprünglich wurde das Borna-Virus als Erreger einer Tierseuche bei Pferden, Schafen und anderen Säugetieren identifiziert. Seit 2018 ist bekannt, dass es auch beim Menschen schwere, oft tödlich verlaufende Gehirnentzündungen verursachen kann. Das natürliche Reservoir für das Virus ist die Feldspitzmaus, die das Virus über Kot, Urin und Speichel ausscheidet, ohne selbst zu erkranken. Der genaue Übertragungsweg auf den Menschen ist jedoch noch unklar, Experten vermuten, dass der Kontakt mit den Ausscheidungen der Mäuse eine Rolle spielt.

Wie man sich schützen kann? Es gibt einige Vorsichtsmaßnahmen, die man beachten sollte: So ist es ratsam, lebende oder tote Spitzmäuse nicht mit bloßen Händen zu berühren. Auch sollte man Nahrungsquellen im Freien wie z.B. Hunde- oder Katzenfutter sowie Kompost vermeiden. Orte, an denen man mit Mäuseausscheidungen in Berührung kommen könnte, sollten gemieden werden. Und für den Fall, dass man doch einmal auf eine tote Spitzmaus stößt, sollten Einmalhandschuhe getragen und die Stelle gründlich desinfiziert werden.

Ein kurzer Blick auf die Feldspitzmaus

Die Feldspitzmaus, die als Reservoirwirt des BoDV-1 bekannt ist, ist eher selten anzutreffen. Sie lebt vor allem auf Brachflächen, an Straßenböschungen und unter Hecken. Mit ihrer graubraunen Oberseite und der weißen Unterseite ist sie zwar klein, aber nicht zu übersehen, wenn man genau hinsieht. Diese nachtaktiven Tiere scheinen eine Art Geheimnis zu hüten, denn obwohl sie das Virus in sich tragen, erkranken sie nicht und bleiben lebenslang infiziert.

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Die Übertragung des Virus erfolgt vermutlich über die Schleimhäute, insbesondere die Riechschleimhaut. Das bedeutet, dass die Ansteckung nicht einfach ist, was die Infektionen bei Mensch und Tier relativ selten macht. Es gibt jedoch einen dokumentierten Fall einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch Organtransplantation. Das Virus ist in Deutschland hauptsächlich in der östlichen Hälfte, besonders in Bayern, verbreitet, und kleinere Vorkommen finden sich auch in der Schweiz, Liechtenstein und sogar in Österreich.

Wer mehr über das Borna-Virus erfahren möchte, findet auf den Seiten des Robert Koch-Instituts weitere Informationen. Während dieser Vorfall in Neuburg-Schrobenhausen sicherlich für Aufregung sorgt, bleibt zu hoffen, dass die betroffenen Regionen auch weiterhin von weiteren Infektionen verschont bleiben.

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