Heute ist der 23.05.2026 und die Stadt Nürnberg hat Grund zur Freude. Sie erhält über 127 Millionen Euro für das Zeppelinfeld und die Kongresshalle, die sich auf dem ehemaligen Reichsparteitaggelände befinden. Diese Ankündigung kam direkt vom bayerischen Kultus- und Kunstministerium. Ein Teil dieser Mittel wird dazu genutzt, die Kongresshalle, die während der NS-Zeit nicht fertiggestellt wurde, zu sanieren. Die Idee ist, die Halle als Gedenkort neu zu gestalten und ihr ein inhaltliches Konzept zu geben, das an die Geschichte erinnert und zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit anregt.
Die Entwicklung des Zeppelinfeldes und der Zeppelintribüne ist ebenfalls Teil des Plans. Hier sollen Lern- und Begegnungsorte entstehen. Besonders spannend ist, dass die Tribüne, einschließlich des „Goldenen Saals“ im Inneren, weiterhin begehbar bleiben soll. Das bedeutet, Besucher können die beeindruckende Architektur selbst erleben. Im Mittelbau der Tribüne ist zudem eine Ausstellung geplant, die die Geschichte und die Nutzung dieser Bauten während der NS-Zeit thematisiert. Wichtige gesellschaftliche Fragen werden hierbei aufgeworfen.
Förderbescheide und Finanzierung
Die symbolischen Förderbescheide in Höhe von 127,5 Millionen Euro wurden von Dr. Wolfram Weimer, dem Staatsminister für Kultur und Medien, und Dr. Markus Söder, dem Ministerpräsidenten von Bayern, an Marcus König, den Oberbürgermeister von Nürnberg, übergeben. Dabei stammen 90,6 Millionen Euro aus dem Bundeskulturetat im Rahmen des Förderverfahrens KulturInvest, während etwa 37 Millionen Euro vom Freistaat Bayern bereitgestellt werden. Die Mittel sollen nicht nur den Erhalt der historischen Bausubstanz sicherstellen, sondern auch die kulturelle Nutzung der Kongresshalle fördern. Es ist eine Art von Respekt gegenüber der Geschichte, die hier gezeigt wird.
Die Kongresshalle, ein unvollendeter Rohbau, sollte einst während der Reichsparteitage der NSDAP genutzt werden. Nach der Sanierung wird sie als Ort des Gedenkens und des Weiterdenkens zur Verfügung stehen. Über 7.000 Quadratmeter sollen als „Ermöglichungsräume“ für künstlerische Arbeiten dienen – ein interessanter Ansatz, der zeigt, wie wichtig Kunst und Kultur auch in einem historischen Kontext sind. Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) unterstützt die kulturelle Nutzung der Halle mit 29,5 Millionen Euro. Es wird auch darauf geachtet, dass die Zeugniswerte dieser Bauten erhalten bleiben und die Besucher über ihre Nutzung während der NS-Zeit informiert werden.
Ein Ort für alle
Die Zeppelintribüne und das Zeppelinfeld sind die einzigen NS-Bauten, die vollständig fertiggestellt und erhalten geblieben sind. Ein großer Teil der Mittel fließt in die Weiterentwicklung dieser Orte zu einem Lern- und Begegnungsort. Dazu gehören nicht nur bauliche Sicherungsmaßnahmen, sondern auch die Einrichtung einer informativen Ausstellung. Der Bahnhof Dutzendteich wird zudem als Ankunfts- und Informationsort erschlossen. All dies zeigt, dass Nürnberg sich seit Jahrzehnten aktiv mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandersetzt. Jährlich besuchen über eine Million Menschen das Reichsparteitagsgelände – eine beeindruckende Zahl, die zeigt, wie wichtig diese Stätte für die Erinnerungs- und Gedenkkultur ist.
Die Fertigstellung des Projekts ist für 2030 geplant, mit Gesamtkosten von etwa 88,3 Millionen Euro. Die Stadt Nürnberg trägt dabei die übrigen Kosten. Diese Investition in die Geschichte und Kultur ist nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine gesellschaftliche Entscheidung. Kulturbauten wie diese sind essenziell für das Miteinander und die kulturelle Identität – ein Gedanke, den Weimer in seinen Reden immer wieder betont. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese ehrgeizigen Pläne entwickeln werden und welche neuen Perspektiven sie für die Stadt und ihre Bewohner bieten.
