Am Montag ereignete sich in Passau ein schwerer Arbeitsunfall, bei dem ein 27-jähriger Mann schwer verletzt wurde. Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag, als der Mann mit dem Austausch von Teilen eines Kernbohrgeräts beschäftigt war. Dabei geriet seine rechte Hand zwischen die rotierende Bohrkrone und ein Stahlseil, was zu einer Teilamputation seiner Hand führte. Rettungskräfte brachten ihn umgehend ins Krankenhaus, während die Polizei den genauen Ablauf des Unfalls untersucht. Die Meldung über den Unfall ging gegen 15.30 Uhr bei der Integrierten Leitstelle ein.
Unfälle mit Bohrmaschinen sind nicht nur in Passau ein ernstes Thema. Laut einer Untersuchung wurden im Jahr 2019 im Elektrohandwerk 798 Arbeitsunfälle mit Hand- oder Armverletzungen gemeldet, von denen 153 auf den Einsatz von Bohrmaschinen zurückzuführen waren. Diese Unfälle sind häufig auf fehlerhafte Handhabung zurückzuführen. In etwa zwei Dritteln der Fälle kam es zu Verstauchungen und Prellungen, während ein Drittel der Verletzten Knochenbrüche oder Bänderverletzungen erlitt. Besonders auffällig ist, dass etwa 60% der Verletzten jünger als 30 Jahre alt sind.
Ursachen und Sicherheitsmaßnahmen
Die Sicherheitssysteme an Bohrmaschinen sollen Verletzungen verhindern, doch ein Restrisiko bleibt bestehen. Technische Lösungen, wie Gyroskop-Sensoren, können beispielsweise die Maschine bei schnellen Drehbewegungen abschalten. Auch der zweite Handgriff ist von großer Bedeutung, da er zur Stabilität der Maschine beiträgt. Abnutzungen an Handgriffen stellen ein weiteres Sicherheitsrisiko dar; hier sind Metallbandschlaufen sicherer als Kunststoffverbindungen.
Um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen, plant die BG ETEM eine Sensibilisierungskampagne zur korrekten Anwendung und Handhabung von Bohrmaschinen. Dabei sollen Beschäftigte mit dem Reaktionsverhalten der Sicherheitstechnik vertraut gemacht werden. Darüber hinaus werden in den Mitgliedsbetrieben 2023 Demomodelle eingesetzt, um die Kräfte bei der Nutzung von Bohrmaschinen zu veranschaulichen. Ein Prüfstand im Prüflabor in Köln misst das Stillstands-Drehmoment bei Blockierungen der Spindel, was zur Verbesserung der Sicherheitsstandards beitragen soll.
Fazit und Ausblick
Der schwere Arbeitsunfall in Passau zeigt einmal mehr, wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen und ein verantwortungsvoller Umgang mit technischen Geräten sind. Die fortlaufenden Bemühungen um Schulungen und technische Verbesserungen sind unerlässlich, um zukünftige Unfälle zu vermeiden. Der Vorfall erinnert an die Notwendigkeit, sowohl präventive Maßnahmen zu ergreifen als auch die Beschäftigten für die Gefahren im Umgang mit Maschinen zu sensibilisieren. Nur durch eine Kombination aus technischer Sicherheit und Aufklärung lässt sich die Zahl der Arbeitsunfälle nachhaltig senken. Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie den vollständigen Artikel auf PNP.de nachlesen.