Heute ist der 5.07.2026 und die Nachrichten aus Pfaffenhofen an der Ilm sind alles andere als erfreulich. Der Marktgemeinderat hat mit 11:9 Stimmen die Vergabe eines Hochwasserschutzkonzepts abgelehnt – eine Entscheidung, die viele überrascht hat. Immerhin war das Projekt bereits beschlossen und eine Förderzusage des Wasserwirtschaftsamts lag vor. Die Mittel für das Konzept waren bereits im Haushalt eingeplant. Das Ziel des Hochwasserkonzepts war klar: Untersuchen, welche Auswirkungen Starkregen und Hochwasser auf die Gewässer Osterbach und Biber haben und sinnvolle Schutzmaßnahmen zu identifizieren. Der Auftrag sollte an ein Ingenieurbüro aus Neu-Ulm vergeben werden. Der Bürgermeister, Sebastian Sparwasser, hatte sich für die Vergabe ausgesprochen, doch die Mehrheit des Gemeinderats sah offenbar keinen ausreichenden Nutzen in einer weiteren Konzeptstudie.

Besonders bedauerlich ist, dass sich das Problembewusstsein zwar nach dem letzten Hochwasser gezeigt hat, es aber mit der Zeit wieder zu schwinden scheint. Fachbereichsleiter Konrad Müller hat dies bereits angemerkt. Der Gemeinderat hatte die Erstellung des Hochwasserschutzkonzepts im Mai 2025 grundsätzlich beschlossen, und die Kosten für das Konzept waren ursprünglich auf rund 200.000 Euro veranschlagt, tatsächlich wären es nur etwa 113.000 Euro gewesen. Das wäre ein Eigenanteil von knapp 28.000 Euro für die Gemeinde gewesen. Nun bleibt unklar, ob und wann das Thema erneut auf die Tagesordnung kommt. Bürgermeister Sparwasser hat jedoch die Hoffnung, dass der Gemeinderat sich wieder mit dem Hochwasserschutz beschäftigen wird.

Alternative Ansätze zum Hochwasserschutz

<pIn der Zwischenzeit gibt es in der Region auch positive Nachrichten. Die Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) hat an der Frechmühle, zwischen Pfaffenhofen und Affalterbach, ein innovatives Projekt ins Leben gerufen. Dieses soll zeigen, wie ökologische Vorsorge über gesetzliche Anforderungen hinaus funktionieren kann. Ein freiwillig geschaffenes Auffangbecken soll künftige Starkregenereignisse entschärfen und wird als „einzigartig“ bezeichnet, da es durch Windkraft finanziert wird. Bei Hochwasser bremst und speichert es Wassermassen, was die Gefahr für flussabwärts gelegene Orte wie Affalterbach reduziert.

Die BEG, die 2012 gegründet wurde und mittlerweile über 1500 Mitglieder zählt, hat aus Erträgen des Bürger-Windparks im Förnbacher Forst das Projekt vollständig finanziert. Dabei entstanden 3100 Kubikmeter zusätzliches Überflutungsvolumen durch gezielten Erdaushub. Neben der wasserbaulichen Sicherung wurden auch rund 2000 Bäume und Sträucher gepflanzt, die nicht nur die Biodiversität maximieren, sondern auch zur Stabilisierung der Uferkante beitragen. In der Weichholz-Aue wachsen Weiden und Pappeln, während in der Hartholz-Aue Eichen, Buchen, Ulmen und Eschen gepflanzt wurden, die als CO2-Speicher fungieren.

Vorsorge und Verhalten bei Hochwasser

Die Ereignisse in Pfaffenhofen machen deutlich, wie wichtig es ist, sich auf Hochwasser vorzubereiten. Es gibt einige einfache, aber effektive Maßnahmen, die jeder ergreifen kann. Ausreichend Lebensmittel und Getränke vorrätig zu halten, Taschenlampen und Notgepäck bereitzuhalten und aktuelle Warnungen über die Warn-App NINA des BBK zu verfolgen, ist essentiell. Bei Evakuierungen sollte man keine Selbstgefährdung riskieren und instabile Ufergelände meiden.

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Darüber hinaus gibt es auch hilfreiche Tipps, wie man sein Eigentum schützen kann. Sandsäcke bereithalten, gefährdete Kellerräume räumen und Fenster sowie Türen sichern – das sind nur einige Maßnahmen, die im Ernstfall helfen können. Nach einem Hochwasser ist es wichtig, Schäden zu dokumentieren und betroffene Räume schnell zu räumen, um Bauschäden oder Schimmelbildung zu vermeiden. Das alles erfordert eine gewisse Vorbereitung und Achtsamkeit.

Die Entwicklungen in Pfaffenhofen sind ein Spiegelbild der Herausforderungen, vor denen viele Gemeinden stehen. Während einige proaktive Schritte unternehmen, scheint die Entscheidungsfindung in anderen Bereichen ins Stocken zu geraten. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob die Verantwortlichen die notwendigen Schritte zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Angriff nehmen werden.

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