Rosenheim – Ein neuer Blick auf den beliebten Polizeihauptmeister Michi Mohr. Max Müller, der seit 25 Jahren in der ZDF-Krimiserie „Rosenheim-Cops“ spielt, hat sich in einem Interview mit der Münchner Abendzeitung zu den zwischenmenschlichen Beziehungen am Set geäußert. Er ist einer der wenigen Darsteller, die seit der ersten Folge dabei sind, zusammen mit seiner Kollegin Karin Thaler. Doch trotz der langjährigen Zusammenarbeit glaubt Müller, dass es echte Freundschaften unter Schauspielkollegen schwierig ist. Der Grund? Egoismus und Konkurrenzdruck. „Wahre Freundschaft funktioniert nicht“, sagt er, „da ist der Egoismus zu groß.“ Stattdessen pflegt er gute Bekanntschaften und hält emotionalen Abstand. In seinem Freundeskreis sind zwei enge Vertraute, die nicht im Showbusiness aktiv sind, Maria und Günther.
Die Stimmung am Set beschreibt Müller als „meist recht entspannt“. Das liegt sicherlich auch daran, dass die meisten Crewmitglieder sich seit vielen Jahren kennen. Hier kennt jeder jeden, und das sorgt für ein angenehmes Arbeitsumfeld. Dennoch – der Schauspieler zeigt auch, dass er mit Enttäuschungen in der Branche zu kämpfen hat. „Freundschaften sind ein schwieriges Thema“, betont er, und verweist auf die Herausforderungen, die das Schauspielbusiness mit sich bringt.
Familie geht vor
Aktuell tritt Max Müller bei den Dreharbeiten zur 26. Staffel der „Rosenheim-Cops“ kürzer. Der Grund dafür? Er möchte mehr Zeit mit seiner 87-jährigen Mutter verbringen, die in einem Heim nahe Wien lebt. Seine Entscheidung zeigt, wie wichtig ihm familiäre Bindungen sind. „Ich lege großen Wert auf mein Privatleben“, sagt er. Es ist nicht alltäglich, dass ein Schauspieler angesichts des hektischen Fernsehalltags solche Prioritäten setzt – und das ist bewundernswert.
In einer Zeit, in der die deutsche Film- und Fernsehbranche in einer Krise steckt, sind solche Entscheidungen noch bedeutsamer. Weniger Produktionen, gekürzte Budgets und sinkende Drehtage prägen das aktuelle Bild. Schauspielerinnen erhalten weniger Aufträge, was auch für die Agenturen gilt. Ein Beispiel: Tim Koller, der Leiter einer Schauspielagentur in Hamburg, berichtet, dass die Drehtage für Episodenhauptrollen von ehemals sieben auf drei Tage reduziert wurden. Das hat zur Folge, dass die Zahl der täglich beschäftigten Schauspieler auf etwa 5.500 gesunken ist – ein historischer Tiefstand.
Diese Situation führt zu psychischen Belastungen für die Schauspielerinnen. Lange Pausen zwischen Engagements sind zur Norm geworden. Und während die großen Produktionen zunehmend nach Österreich oder in osteuropäische Länder abwandern, kämpfen private Sender mit einer Werbekrise und die Öffentlich-Rechtlichen unter stagnierenden Rundfunkbeiträgen. Müller ist damit nicht allein; viele seiner Kolleg*innen stehen vor ähnlichen Herausforderungen.
Die Gespräche über Investitionsverpflichtungen mit US-Streamingdiensten, die Kulturstaatsminister Wolfram Weimer führt, vermitteln Skepsis. Ob diese Verpflichtungen tatsächlich durchsetzbar sind, bleibt abzuwarten. In jedem Fall zeigt die aktuelle Situation, wie wichtig es ist, sich auf persönliche Werte und familiäre Bindungen zu besinnen – genau das tut Max Müller mit seiner Entscheidung, mehr Zeit mit seiner Mutter zu verbringen. Ein Schritt, der in der heutigen Zeit nicht nur mutig, sondern auch notwendig ist.