Am 26. April 2026 fand eine spannende Waldexkursion des beruflichen Schulzentrums Pfarrkirchen im Staatsforst Eggenfelden statt. Unter der Leitung von Oberstudiendirektor Günter Ilg nahmen Schüler des 3. Ausbildungsjahres zum Landwirt an dieser lehrreichen Veranstaltung teil. Ziel der Exkursion war es, den jungen Landwirten Einblicke in die Durchforstung von Jungbeständen, die Pflege junger Laubbäume und die Förderung der Naturverjüngung zu geben. Die Bedeutung des Waldes für die heimische Wirtschaft und als mögliche Einnahmequelle für Landwirte wurde hierbei besonders hervorgehoben.

Gerhard Reiter, Revierförster des Forstrevier Eggenfelden, fungierte als Referent und vermittelte den Teilnehmern wichtige Erkenntnisse zur Zieldefinition vor Waldmaßnahmen. Ein Fokus der Exkursion lag auf der Auswahl der Zukunftsbäume, auch Z-Bäume genannt, die vital, stark und stabil sind. Diese Bäume werden mit einem gelben Band markiert, während Bedränger mit einem roten Band versehen werden. Die Schüler hatten die Aufgabe, Z-Bäume auszuwählen und Bedränger zu entnehmen, um den Wuchsraum für die Zukunftsbäume zu sichern. Hierbei wurde betont, dass Ersatzbäume als Reserve für Z-Bäume nicht stehen gelassen werden sollten.

Waldpflege und ihre Herausforderungen

Die Bedeutung der Waldpflege für die Stabilität und Vitalität der Bäume wurde während der Exkursion deutlich. Pflanzung und Naturverjüngung allein reichen nicht aus, um stabile, klimatolerante Wälder zu erhalten. Vielmehr ist eine kontinuierliche Pflege über mehrere Jahre notwendig. In Reinbeständen liegt der Fokus auf dem Erhalt standortgerechter Mischbaumarten und der Erweiterung des Standraums der Einzelbäume. Gezielte Pflegeeingriffe können die Stabilität und Vitalität der Bäume erhöhen, während intensive Pflege auch negative Auswirkungen haben kann.

Die Exkursion beinhaltete auch die Begutachtung eines Jungbestands mit Eichen, Buchen und Naturverjüngungen mit Tannen. Diese Naturverjüngungen sind optimal an die Standort- und Lichtverhältnisse angepasst und tragen dazu bei, die Kosten für Pflanzungen zu sparen. Besonders hervorzuheben sind die Tannen, die als Pfahlwurzler in niederschlagsarmen Zeiten gut gedeihen und weniger anfällig für Borkenkäfer sind. Es herrschte Einigkeit darüber, dass zur erfolgreichen Naturverjüngung eine Reduzierung des Rehbestands notwendig ist. Denn wie es so schön heißt: „Stimmt die Jagd, wächst der Wald“.

Nachhaltigkeit im Waldbau

Die Herausforderung, dass Bestände, die zu lange zu dicht gehalten werden, oft Bäume mit langen Schäften und kleinen Kronen zeigen, wurde ebenfalls angesprochen. Statt einer einheitlichen Durchforstung sollte der Fokus auf den vitalsten Bäumen mit der besten Krone liegen. Der nachholende Kronenausbau sollte behutsam durchgeführt werden, wobei die Abstände zwischen den Z-Bäumen mindestens dem Kronendurchmesser gut produzierender Altbäume entsprechen sollten. Vielfältige Samenbäume sind wichtig für die natürliche Verjüngung des Folgebestands, und alle Mischbaumarten sollten in das Kollektiv der Zukunftsbäume aufgenommen werden.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Waldpflege und -bewirtschaftung eine komplexe, aber entscheidende Aufgabe für die Zukunft unserer Wälder ist. Die Exkursion hat den angehenden Landwirten nicht nur praktische Kenntnisse vermittelt, sondern auch ein Bewusstsein für die ökologischen Zusammenhänge im Wald geschaffen. Weitere Informationen zu diesem Thema sind unter PNP zu finden.