Am Klinikum Starnberg wurde ein bemerkenswerter Fortschritt in der Chirurgie vorgestellt: eine neue intraoperative Ultraschallsonde. Diese innovative Technologie ermöglicht Chirurgen während Operationen, tiefere Einblicke in das Gewebe zu gewinnen, insbesondere zur Sichtbarkeit von Tumoren und Gefäßverläufen. Die Kosten des Geräts belaufen sich auf 30.000 Euro und wurden vollständig durch den Freundeskreis des Klinikums Starnberg finanziert. Diese Unterstützung zielt darauf ab, Projekte zu fördern, die den Patienten vor Ort zugutekommen.
Dr. Susanne Rogers, die Leiterin des Darmkrebszentrums, hebt die Bedeutung der neuen Sonde für präzisere Entscheidungen im Operationssaal hervor. Sie ermöglicht es, Tumore zu erkennen, die mit bloßem Auge oder in Voruntersuchungen nicht sichtbar sind. In bis zu einem Drittel der Operationen kann die chirurgische Strategie aufgrund der Erkenntnisse, die die Sonde liefert, angepasst werden. Prof. Dr. Arnold Trupka, Chefarzt der Klinik für Endokrine Chirurgie, weist auf die Nützlichkeit der Sonde bei der Abgrenzung von Tumoren der Nebennieren hin.
Technische Details der Ultraschallsonde
Die intraoperative Ultraschallsonde, auch bekannt als intraoperative Sonographie, bietet verschiedene technische Möglichkeiten. Sie ist sowohl in der offenen als auch in der laparoskopischen oder robotergestützten Chirurgie anwendbar. Es stehen zwei Schallkopfvarianten zur Verfügung: ein linearer Schallkopf in T-Form, der hochfrequenten Ultraschall (5 bis 10 MHz) nutzt, und ein konventioneller konvexer Schallkopf mit niederfrequentem Ultraschall (1 bis 5 MHz). Beide Schallkopfformen zeichnen sich durch eine gute Handhabung in beengten Räumen aus und verbessern die Darstellung des Zielorgans erheblich.
Besonders in der hepatobiliären Chirurgie, etwa bei der Resektion von hepatozellulären Karzinomen oder kolorektalen Lebermetastasen, kommt die Sonde häufig zum Einsatz. Die intraoperative Sonographie ermöglicht eine präzisere Abgrenzung von Läsionen im Vergleich zur perkutanen Sonographie und stellt kleinere Läsionen dar, die möglicherweise im CT nicht sichtbar sind. Dies führt zu einer genaueren Diagnostik, erhöht der Sicherheit bei Biopsieentnahmen und steigert die Rate an R0-Resektionen.
Ein Blick in die Zukunft der Chirurgie
Die Entwicklung und Implementierung solcher Technologien sind nicht nur ein Schritt nach vorne für das Klinikum Starnberg, sondern auch ein Zeichen für den Fortschritt in der Chirurgie insgesamt. Die Kombination dieser innovativen Verfahren mit modernen Technologien, wie beispielsweise kontrastmittelverstärktem Ultraschall, könnte in der Zukunft noch weiter verbessert werden. Diese Entwicklungen unterstreichen die stetige Evolution in der medizinischen Diagnostik und Therapie, die letztlich den Patienten zugutekommt.
Für weitere Informationen zu den Ultraschallverfahren zur intraoperativen Tumordiagnostik können Interessierte die Studie der TU Dresden konsultieren.