Heute ist der 1.06.2026 und die warmen, trockenen Tage haben im Unterallgäu nicht nur die Blumen zum Blühen gebracht, sondern auch eine Vielzahl von Schädlingen in Gärten und Parks. Markus Orf, ein Kreisfachberater für Gartenkultur, hat in letzter Zeit eine Zunahme von Raupen und Gespinsten an Bäumen und Sträuchern beobachtet. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem – viele Menschen wissen nicht, dass die Haare dieser Raupen allergische Reaktionen auslösen können. Die Natur hat ihre eigenen Herausforderungen, und das merkt man jetzt ganz deutlich.

Besonders betroffen sind Apfelbäume, Weißdorn und andere Obstgehölze, die von der Gespinstmotte heimgesucht werden. Diese Schädlinge zeigen sich durch schmutzig-gelbe bis grünliche Raupen, die bis zu 20 mm lang werden können. Das ist nicht nur ein Schreckensszenario für die Pflanzenliebhaber – kahle Bäume mit dichten Gespinsten können auch für Spaziergänger und Gartenbesitzer verunsichernd sein. Wer sich oft in Parks oder am Badesee aufhält, sollte besonders auf die Raupen und ihre Nester achten. Orf rät, sich nicht ohne Schutzausrüstung an die Nester zu wagen und einen respektvollen Abstand zu wahren.

Die häufigsten Schädlinge

Die Liste der Schädlinge, die bei diesem Wetter gedeihen, ist lang. Neben der Gespinstmotte gibt es auch den gefürchteten Eichenprozessionsspinner (Thaumetopea processionea). Diese Raupen sind nicht nur behaart, sondern sie können auch durch den Wind gefährliche Brennhärchen verbreiten, die heftige allergische Reaktionen hervorrufen können. Die Brennhärchen können Hautjucken, Atemnot und sogar allergische Schocks auslösen! Es ist kein Wunder, dass Warnschilder in Parks und an Straßen aufgestellt werden, um Passanten zu warnen.

Die Raupen des Frühlingswollafters, die bis zu 5 cm lang werden und in Gespinsten leben, befallen vor allem Linden und Birken. Währenddessen spinnen die Goldafter-Raupen faustgroße Nester und überwintern darin – eine wahre Plage für jeden Gartenbesitzer. Diese Biester sind nicht nur lästig, sondern können auch das Wohlbefinden von Menschen beeinträchtigen, wenn sie in den Garten kommen.

Natürliche Abwehrmaßnahmen

Doch nicht alles ist verloren! Der Garten kann auch ein Rückzugsort für Nützlinge sein. Eine große Vielfalt an Pflanzen und Nistmöglichkeiten für Vögel und Fledermäuse kann helfen, die Schädlinge in Schach zu halten. Einheimische Pflanzen sind in der Regel weniger anfällig für Schädlinge als exotische Zierpflanzen. Das sollte man sich wirklich zu Herzen nehmen! Eine bunte Mischung im Beet zieht nicht nur schöne Insekten an, sondern stärkt auch die Pflanzen.

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Für die Bekämpfung von Schädlingen gibt es zahlreiche natürliche Mittel. Pflanzenjauchen, Pheromonpräparate und Klebefallen können eingesetzt werden, um die Plagegeister zu regulieren. Wenn man sich dann auch noch um die richtige Standortwahl kümmert und die spezifischen Licht- und Bodenbedürfnisse der Pflanzen berücksichtigt, dann hat man schon einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Chemische Mittel sind zwar manchmal notwendig, sollten aber nur im Notfall zum Einsatz kommen, da sie Mensch und Umwelt gefährden können.

Wer geschickt ist, kann auch ganz einfache Hausmittel verwenden, wie Rhabarbertee oder Rainfarntee, die gegen bestimmte Schädlinge helfen können. Und vergessen wir nicht die kleinen Helfer – Nützlinge wie Marienkäfer und Tigerschnegel leisten wertvolle Dienste im Garten. In Zeiten wie diesen, wo die Natur uns vor Herausforderungen stellt, ist es wichtig, mit der Natur zu arbeiten und nicht gegen sie.

Für alle Gartenliebhaber im Unterallgäu: Bleibt wachsam und informiert euch über die verschiedenen Schädlinge, die in dieser Jahreszeit aktiv sind. Die Natur ist ein wunderbarer Verbündeter, solange wir sie richtig behandeln und respektieren. Wer weiß, vielleicht wird der nächste Johanni-Austrieb ja ein Fest für die Sinne und die Pflanzen erholen sich prächtig!