Heute ist der 9.05.2026 und im Unterallgäu, genauer gesagt in Kirchheim bei Mindelheim, gibt es aufregende Neuigkeiten aus der Welt der Störche. Ein stillgelegter Baukran der Firma Holzheu hat sich zu einer der außergewöhnlichsten Storchenkolonien Bayerns entwickelt. Auf dem Stahlgerüst sind derzeit bis zu 14 Storchennester zu finden. Wer hätte gedacht, dass ein solches Bauwerk einmal so wichtig für die Natur sein könnte? Die Geschichte der Störche in Kirchheim begann vor über 20 Jahren, als ein einzelner Storch 2005 auf dem Kran nistete. Nach dem Abbau des alten Krans im Jahr 2016 wurde eine neue, 21 Meter hohe Konstruktion errichtet, die sogar Teile des ursprünglichen Krans enthält. Diese Maßnahme gewährleistet, dass die Störche weiterhin ein sicheres Zuhause finden.

Besonders bemerkenswert ist, dass die neuen Nester so eng beieinander liegen, dass sie an kleine Reihenhäuser erinnern. Die Brutzeit der Störche erstreckt sich von Anfang April bis Anfang August. In dieser Zeit legen die Weibchen zwischen zwei und fünf Eiern, manchmal sogar bis zu sieben. Die Brutdauer beträgt etwa 32 bis 34 Tage, und sobald die Küken schlüpfen, dauert es rund zwei Monate, bis sie flügge sind. Spannend ist auch, dass beide Elternteile brüten, wobei das Weibchen die meiste Zeit übernimmt. Die Hauptnahrungsquellen der Störche sind Frösche, Mäuse, Insekten und Regenwürmer. Hoch gelegene Nistplätze wie der Kirchheimer Kran bieten nicht nur Schutz vor Fressfeinden, sondern auch eine hervorragende Aussicht auf die umliegenden Wiesen und Feuchtgebiete im Mindeltal.

Eine Attraktion für Naturliebhaber

Die Störche sind nicht nur ein faszinierendes Naturschauspiel, sondern auch eine tolle Attraktion für Besucher. In Isny, wo es an der neu gebauten Schule sogar 25 Nistplätze gibt, können Naturfreunde die majestätischen Vögel hautnah erleben. Der Kirchheimer Kran ermöglicht es den Störchen, die umliegenden Wiesen und Feuchtgebiete zu überblicken. Wer sich für die Störche interessiert, kann sie mit Ferngläsern beobachten oder auf dem Storchenradweg im Unterallgäu radeln. Der Rundweg, der die Orte Kirchheim, Pfaffenhausen und Eppishausen verbindet, ist 40 Kilometer lang und Teil der Unterallgäuer Glückswege. Ein wahres Paradies für Radfahrer und Naturliebhaber!

Doch die Störche sind nicht nur ein Vergnügen für die Augen, sie bringen auch Herausforderungen mit sich. Im Landkreis Unterallgäu wurden im Jahr 2025 insgesamt 99 Brutpaare in sechs Kolonien gezählt. Dies zeigt, dass die Region zu den Gebieten in Schwaben mit einem hohen Bestand an Weißstörchen gehört. Dabei beginnen die Störche in den kommenden Wochen wieder mit dem Nestbau und der Brutzeit. Um die Kolonien nicht weiter anwachsen zu lassen, hat die Regierung von Schwaben ein Kümmerer-Netz eingerichtet. Interessierte können sich beim Landratsamt melden. Es gibt klare Regeln für den Nestbau, denn Störche neigen dazu, ihre Nester auf hohen Gebäuden zu errichten – etwas, das manchmal zu Problemen für die Bevölkerung führen kann.

Die Naturschutzbehörde informiert über Artenschutzmaßnahmen und gibt Tipps, wie man mit Nestern an ungeeigneten Stellen umgehen sollte. Bei Nestern mit mehr als einer Handvoll Ästen ist sofortiger Kontakt mit den Naturschutzbehörden erforderlich. Ein kleiner Hinweis: Nach einem Brutversuch gilt Bestandsschutz für ein Nest, und es darf ohne Ausnahmegenehmigung nicht entfernt oder umgesiedelt werden. Das bedeutet, dass die Störche viele Jahre zu ihren Nistplätzen zurückkehren, sogar im Winterhalbjahr. Die Verantwortlichen, wie Rebecca Müller von der Höheren Naturschutzbehörde in Augsburg, stehen bereit, um Fragen zu beantworten und Ausnahmegenehmigungen zu erteilen.

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Die Störche in Kirchheim sind also nicht nur eine wunderbare Naturschönheit, sie sind auch Teil eines größeren ökologischen Kontextes, der sowohl von Schutzmaßnahmen als auch von den Herausforderungen der menschlichen Besiedlung geprägt ist. Wer die Möglichkeit hat, in die Region zu reisen, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese majestätischen Vögel in ihrem einzigartigen Lebensraum zu beobachten. Mehr Informationen dazu gibt es übrigens auf der Webseite der Allgäuer Zeitung.