Am Sonntag, den 19. April, haben die Bürger in Nordrhein-Westfalen (NRW) über die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 abgestimmt. Das Ergebnis ist eindeutig: Rund zwei Drittel der Wähler aus 17 Städten sprachen sich für die Olympiabewerbung aus. Damit hat NRW, nach München, den zweiten Bewerber mit einer breiten Unterstützung aus der Bevölkerung in Deutschland.

In Berlin hingegen wird es keinen Volksentscheid geben, doch die Umfragen zeigen eine positive Tendenz: Rund 60 Prozent der Befragten unterstützen die Idee, die Olympischen Spiele in der Hauptstadt auszutragen. Während die Bürger in Köln mit einer Zustimmung von 57,4 Prozent ein vergleichsweise niedriges Ergebnis erzielten, wird im Mai auch in Hamburg abgestimmt, wo der Ausgang noch abzuwarten bleibt.

Stimmungsumschwung für Olympia

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) registriert einen klaren Stimmungsumschwung in Richtung Olympia. Kaweh Niroomand, Berlins Olympiabeauftragter, gratulierte NRW zu dem Erfolg und betonte die bundesweite Unterstützung für die Spiele. Es wird vermutet, dass die Begeisterung für die bevorstehenden Winterspiele in Italien zur positiven Stimmung beigetragen hat. Besonders die Rhein-Ruhr-Region bietet mit attraktiven Austragungsorten wie Schwimmen auf Schalke, Reiten in Aachen und Fußball in Dortmund viel Potenzial für die Olympischen Spiele.

Einzig die Stadt Herten verpasste das notwendige Quorum und scheidet damit aus der Bewerbung aus. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bezeichnete das Ergebnis als „starkes Zeichen“ und betonte die Bedeutung der Bürgerzustimmung für die Chancen beim IOC. Der Entscheid in NRW könnte der Berliner Bewerbung Rückenwind geben, da Berlin ebenfalls plant, Kieztouren, Bürgerforen und ein Kuratorium zu organisieren, um die Bevölkerung frühzeitig einzubinden. Dennoch besteht das Risiko, dass die Gruppe Nolympia mit ihrer Volksinitiative Erfolg hat, was das Berliner Abgeordnetenhaus beschäftigen könnte.

Entscheidung des DOSB und weiterer Verlauf

Der DOSB wird am 26. September auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheiden, welches der vier deutschen Konzepte – München, Berlin, Hamburg oder „KölnRheinRuhr“ – in das internationale Bewerbungsverfahren geht. Dabei wird die Bewertung der Kandidaten durch eine Matrix erfolgen, die neben der Zustimmung der Bevölkerung auch andere Faktoren berücksichtigt. Eine Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über die Sommerspiele 2036 wird nicht vor 2027 erwartet.

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Insgesamt zeigt sich, dass der Wettbewerb um die Olympiabewerbung an Fahrt gewinnt und in den kommenden Monaten spannend bleibt. Die Bundesländer mobilisieren ihre Bürger und schaffen ein Umfeld, in dem die Diskussion über die Olympischen Spiele lebhaft geführt wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und welche Stadt letztlich die Chance erhält, die Olympischen Spiele auszutragen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte den Tagesspiegel oder den WDR.