In Berlin-Lichtenberg hat die Staatsanwaltschaft am 6. Mai 2026 Anklage gegen einen 65-jährigen Mann erhoben. Diese rechtlichen Schritte sind etwa sechs Monate nach einem tragischen Vorfall erfolgt, bei dem ein 29-Jähriger durch Schüsse getötet und ein 28-Jähriger schwer verletzt wurde. Der Vorfall ereignete sich Mitte November 2025 vor einem Imbiss an der Franz-Jacob-Straße, als ein Streit zwischen dem Angeschuldigten und dem 28-Jährigen sowie zwei weiteren Personen eskalierte. Der 65-Jährige zog eine Schusswaffe und feuerte mehrfach auf seine Kontrahenten. Dabei wurde der 28-Jährige am Oberkörper getroffen, während der 29-Jährige, der sich in der Nähe befand, am Hinterkopf verwundet wurde. Tragischerweise starb der 29-Jährige zwei Tage später im Krankenhaus, am 17. November.
Der 65-Jährige flüchtete zunächst nach der Tat, stellte sich jedoch knapp zwei Wochen später. Laut einem Fahndungsaufruf soll er armenischer Herkunft sein. Bisher hat er sich nicht zu den Vorwürfen geäußert und befindet sich in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe gegen ihn umfassen Totschlag, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Das Landgericht Berlin I wird nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird und ob das Hauptverfahren eröffnet wird. Die Ermittlungen und die Reaktionen auf diesen Vorfall werfen ein Schlaglicht auf die Gewaltkriminalität in der Region.
Details zum Vorfall und den rechtlichen Schritten
Die genauen Umstände der Schießerei wurden durch die Staatsanwaltschaft Berlin präzisiert. Die Tat fand am 14. November 2025 um 21:50 Uhr statt. Der 28-Jährige konnte zunächst fliehen, wurde jedoch später notoperiert und ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Die Anklagepunkte sind klar umrissen: Der 65-Jährige ist nicht nur wegen Totschlags, sondern auch wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die Schüsse, die er abfeuerte, zeugen von einer gefährlichen Eskalation, die aus einem zunächst harmlosen Streit resultierte. Dies wirft Fragen auf, wie solche Konflikte so weit gehen können und was in der Gesellschaft schief läuft.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt einen allgemeinen Rückgang der registrierten Straftaten um 5,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Gewaltkriminalität hat um 2,3 % abgenommen. Dennoch ist die Schießerei in Lichtenberg ein trauriges Beispiel für die anhaltende Problematik der Gewalt in urbanen Räumen. In der Statistik sind 212.335 Fälle von Gewaltkriminalität verzeichnet, während es gleichzeitig einen Anstieg bei Sexualdelikten und Wohnungseinbruchdiebstahl gegeben hat. Trotz eines Rückgangs der Gesamtkriminalität bleibt die Gewaltkriminalität, insbesondere in öffentlichen Räumen, ein zentrales Thema für die Polizei und die Politik.
Der Vorfall in Lichtenberg ist somit nicht nur eine tragische Einzeltat, sondern spiegelt auch die Herausforderungen wider, vor denen die Gesellschaft steht. Die Frage, wie solche Gewaltakte in Zukunft verhindert werden können, bleibt offen. Es ist zu hoffen, dass die Justiz in diesem Fall Gerechtigkeit walten lässt und derartige Übergriffe nicht zur Normalität werden.