Abschied von der Old Texas Town: 75 Jahre Wildwest-Atmosphäre in Berlin gehen zu Ende
Heute ist der 20.06.2026 und in Spandau stehen die Zeichen auf Abschied. Die Westernstadt „Old Texas Town“, ein beliebtes Ausflugsziel und ein Stückchen Wildwest im Herzen Berlins, muss wohl ihre Pforten schließen. Nach 75 Jahren voller Abenteuer, Cowboy-Atmosphäre und unvergesslicher Erlebnisse scheint das Ende nahtlos in Sicht zu geraten. Die Verhandlungen zwischen dem Eigentümer, der Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer, und dem Bezirksamt sind gescheitert. Trotz Fortschritten konnte keine Einigung erzielt werden, was die Zukunft dieser einmaligen Attraktion betrifft. [Morgenpost]
Der Eigentümer hat mitgeteilt, dass ein Angebot für eine fünfjährige Übergangslösung abgelehnt wurde, weil das Bezirksamt keinen Bauvorbescheid erteilen wollte. Ziemlich frustrierend, wenn man bedenkt, dass der Verein „Old Texas Town“ nun mit einer Räumungsklage konfrontiert ist. Das Bezirksamt, vertreten durch Stadtrat Thorsten Schatz (CDU), hatte zunächst eine dauerhafte Sicherung der Westernstadt am Standort angestrebt. Aber die Gespräche verliefen leider nicht wie erhofft. Ein zunächst angebotener Zeitraum von zwölf Jahren wurde schnell auf acht Jahre reduziert, was der Eigentümer jedoch nicht akzeptieren wollte. Der Pachtvertrag ist bereits abgelaufen, und der Bezirk scheint nicht gewillt zu sein, den bestehenden Bebauungsplan zu ändern, um eine gewerbliche Entwicklung auf dem Gelände zu ermöglichen.
Der Weg zur Schließung
Monatelang hatten der Bezirk, der Verein und der Eigentümer versucht, eine Lösung zu finden. Es ist schon merkwürdig zu sehen, wie solch ein traditionsreiches Projekt, das über viele Generationen hinweg Freude gebracht hat, nun in der Schwebe steht. Man fragt sich, ob der Charme der Westernstadt, mit ihren authentischen Gebäuden und dem bunten Treiben, bald nur noch eine Erinnerung sein wird. Die Pläne des Unternehmens, auf dem Gelände eine gewerbliche Entwicklung anzustoßen, stehen dem aktuellen Bebauungsplan entgegen, was die ganze Sache nur noch komplizierter macht. Es scheint, als könnte die „Old Texas Town“ bald nur noch in den Erzählungen der Besucher weiterleben.
Die Situation ist auch für die Mitarbeiter und die Vereinsmitglieder eine große Herausforderung. Sie haben unzählige Stunden investiert, um diesen Ort lebendig zu halten, und nun stehen sie vor der Aussicht, alles verlieren zu müssen. Es ist eine traurige Wendung, die für viele nicht nur einen Verlust an Freizeitvergnügen, sondern auch an Gemeinschaft und Identität bedeutet.
Ein Stück österreichische Geschichte?
Die Schließung der Westernstadt könnte auch Auswirkungen auf die touristischen Ströme in der Region haben. In Zeiten, in denen kreative Freizeitangebote rar werden, stellt sich die Frage, wie der Verlust eines solchen Ortes die Wahrnehmung von Spandau und Umgebung beeinflussen wird. Wer hätte gedacht, dass eine Westernstadt in Berlin so viele Menschen anzieht? Man könnte fast meinen, dass sie ein kleines Stück amerikanische Geschichte nach Deutschland gebracht hat. Ob der Platz für ein neues Projekt genutzt wird oder einfach leer stehen bleibt, wird sich zeigen müssen.
Die Entwicklungen rund um die „Old Texas Town“ sind ein eindringliches Beispiel dafür, wie schnell sich die Dinge ändern können – sowohl im Guten als auch im Schlechten. In einer Welt, die von Veränderungen geprägt ist, bleibt uns nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen vielleicht doch noch einen Weg finden, um dieses Kulturgut zu erhalten. Denn eines ist klar: Ein Stück Geschichte wird nicht einfach so ersetzt.
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