In der Nacht zu Freitag, dem 01. Mai 2026, kam es in Berlin zu erschreckenden Vorfällen, die die Gemüter der Anwohner aufwühlten. Ein maskierter Mann gab mehrfach Schüsse auf ein Wohnhaus im Magistratsweg in Spandau ab. Die Polizei fand mehrere Einschusslöcher am Gebäude, was die Situation nicht gerade beruhigte. Der Täter, der sich nach seinem feigen Angriff zu Fuß aus dem Staub machte, bleibt bisher unbekannt. Doch das war nicht der einzige Vorfall in dieser Nacht.

Am Tempelhofer Damm wurde das Schaufenster einer Fahrschule ebenfalls von Schüssen getroffen. Auch hier stellte die Polizei mehrere Einschusslöcher fest. Glücklicherweise gab es bei beiden Vorfällen keine Verletzten. Die Sondereinheit „Ferrum“ des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen übernommen. Diese Einheit beschäftigt sich speziell mit Schusswaffengewalt und versucht, die Strukturen der Organisierten Kriminalität zu durchleuchten. Ein wahrlich kompliziertes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass nur wenige Stunden vor diesen Vorfällen bereits Schüsse auf das Geschäft eines Autoteile-Händlers in Neukölln abgegeben wurden, sowie auf eine weitere Fahrschule in Reinickendorf. Auch in diesen Fällen ermittelt die BAO Ferrum.

Die Sondereinheit „Ferrum“

Seit dem 13. November 2025 ist die Sondereinheit „Ferrum“ in Berlin aktiv. Sie wurde ins Leben gerufen, um der wachsenden Schusswaffengewalt in der Hauptstadt entgegenzuwirken. Über 60 Ermittler sind tagtäglich im Einsatz, um illegale Schusswaffen aufzuspüren und kriminelle Strukturen zu entlarven. In den ersten fünf Monaten ihrer Tätigkeit konnten sie bereits 24 Haftbefehle vollstrecken und 71 Durchsuchungsbeschlüsse umsetzen. Die Zahlen sprechen für sich: 830 Geschäfte wurden kontrolliert und gleich 3000 Fahrzeuge überprüft. Dabei wurde die Identität von 5366 Personen festgestellt und 27 scharfe Schusswaffen sowie 468 Patronen sichergestellt. Dreist, oder?

Die Gründe für die steigende Schusswaffengewalt sind vielfältig und komplex. Berlin verzeichnet laut dem BKA-Bericht zur Waffenkriminalität von 2024 die höchste Schussfrequenz in Deutschland. Die Häufigkeitszahl liegt bei 9,9 Fällen pro 100.000 Einwohner, während das Saarland mit 8,8 und Hamburg mit 8,3 weit hinterherhinken. Insgesamt wurden 9.460 Straftaten mit Schusswaffen registriert, ein Anstieg um fast 4% im Vergleich zum Vorjahr. Besonders alarmierend: 4.775 davon betrafen tatsächlich abgegebene Schüsse.

Hintergründe und Entwicklungen

Waffenkriminalität in Berlin ist oft ein Begleitdelikt zu Drogen- oder Organisierter Kriminalität. Dabei wird die innere Sicherheit zunehmend bedroht, besonders in den Großstädten. 2024 gab es ein großes Ermittlungsverfahren gegen eine deutsch-türkische Tätergruppierung, die Schreckschusswaffen in voll funktionsfähige Waffen umgebaut haben soll. Bei den Durchsuchungen wurden 32 professionelle Totalfälschungen, mehrere Schalldämpfer und über 500 Patronen sichergestellt. Acht Personen wurden in Haft genommen, 200.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Es ist erschreckend zu sehen, wie professionell diese illegalen Umbauten bereits durchgeführt werden.

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Ein weiterer Aspekt, der die Situation verschärft, ist die hohe Verfügbarkeit illegaler Waffen. Neue Vertriebswege über das Internet sowie 3D-Druck-Technologien machen es Kriminellen einfacher denn je, sich mit gefährlichen Gegenständen zu versorgen. Die kontinuierlich steigende Zahl von Schusswaffendelikten stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Sicherheitsbehörden dar, die umso mehr gefordert sind, die innere Sicherheit zu gewährleisten.