Heute ist der 23.05.2026 und es gibt spannende Neuigkeiten aus der benachbarten Hauptstadt Berlin. In Wannsee, genauer gesagt am Schloss Glienicke, hat die Bauauftakt-Veranstaltung für die Sanierung des ehemaligen Wirtschaftshofs stattgefunden. Dieses Projekt, das mit einer Investition von rund 11 Millionen Euro verbunden ist, soll einen neuen touristischen Anlaufpunkt schaffen. Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (Grüne) hat sich bei der Gelegenheit optimistisch geäußert und den Wunsch nach einem reibungslosen Verlauf des Projekts geäußert. Das Ziel ist es, den Wirtschaftshof als Besucherzentrum zu erschließen. Dabei müssen jedoch einige bautechnische Herausforderungen gemeistert werden, darunter die Interessen einer bisherigen Mieterin und der Schutz von Fledermäusen.
Die Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeld hat in ihren Ausführungen die Schwierigkeiten betont, die sich aus der Vereinbarung von Denkmalschutz, Naturschutz und den Interessen der Beteiligten ergeben. Dies ist besonders relevant, wenn man bedenkt, dass das Hauptgebäude als Zutritt zum UNESCO-Welterbe „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ fungieren soll. Michael Knieß, Leiter der Senatsverwaltung für Wirtschaft, hat zudem darauf hingewiesen, dass seit 1991 bereits 6,3 Milliarden Euro an Fördermitteln in die Entwicklung von Projekten geflossen sind. Bemerkenswert ist, dass 90 % der Projektkosten durch Bund-Länder-Fördermittel (GEW) gedeckt werden.
Ein neuer Zugang zu Geschichte und Kultur
Die Eröffnung des Besucherzentrums ist für 2029 geplant, und der Zugang wird über die Königstraße erfolgen. Besucher können sich auf einen Gastronomiebereich und Sanitäranlagen freuen, was die Attraktivität dieses neuen Zentrums erhöhen dürfte. Ein Innenhof mit Platz für 60 Sitzplätze wird für die Außengastronomie genutzt, und das gesamte Konzept zielt darauf ab, Geschichte, Kultur und Gegenwart zu verbinden. Eine Freiluftausstellung wird zusätzlich Informationen zu den historischen Hintergründen des Glienicker Schlosses und der Umgebung bieten. Die Nähe zur berühmten Glienicker Brücke, die einst die Grenze zwischen Ost und West markierte, verleiht dem Projekt eine besondere Bedeutung.
Die Bauarbeiten für das Besucherzentrum beginnen am 20. Mai 2026, wobei die landeseigene Grün Berlin GmbH als Projektträger fungiert. Der Standort wird als Berliner Eingangsportal für das UNESCO-Welterbe hervorgehoben, das 1990 in die Welterbeliste aufgenommen wurde. Die geplante Ausstellung wird nicht nur Informationen über das Schloss Glienicke bereitstellen, sondern auch über die Pfaueninsel, das Marmorpalais und Schloss Babelsberg. Ein barrierefreies Ausstellungs- und Informationsangebot wird geschaffen, sodass jeder Zugang zu diesem kulturellen Schatz haben kann.
Ein Blick in die Zukunft
Die Sanierung umfasst die Entfernung nicht denkmalgerechter Einbauten und die Wiederherstellung historischer Räume, was den Reiz des gesamten Areals noch steigern sollte. Geplant ist, das Turmgebäude für Ausstellungs- und Informationszwecke zu nutzen, während die Remise als Funktionsfläche dient. Eine Konditorei wird ebenfalls Teil des Angebots sein, um den Besuchern eine kleine kulinarische Auszeit zu ermöglichen. Zudem wird eine Wärmepumpe für den klimafreundlichen Betrieb des Besucherzentrums eingesetzt – ein Schritt in die richtige Richtung, um Nachhaltigkeit zu fördern.
Schließlich ist es wichtig zu erwähnen, dass Berlin insgesamt drei UNESCO-Welterbestätten besitzt. Diese repräsentieren verschiedene Bauepochen und Bauaufgaben und sind ein integraler Bestandteil des kulturellen Erbes der Stadt. Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa hat sich verpflichtet, diese Stätten zu schützen und zu pflegen, und das Landesdenkmalamt Berlin kümmert sich um die fachlichen Aspekte der Welterbepflege. Mit dem neuen Besucherzentrum wird nicht nur der Tourismus in der Region gefördert, sondern auch ein Ort geschaffen, der das Wissen über die reiche Geschichte Berlins und seiner Umgebung vermittelt.
