In Mariendorf wird bald ein Zeichen des Gedenkens gesetzt. Die Grünanlage zwischen Ullsteinstraße, Mariendorfer Damm und Markgrafenstraße wird offiziell in Familie-Lewissohn-Park umbenannt. Diese Umbenennung, die am Freitag, den 29. Mai 2026, um 16 Uhr von Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck (Bündnis 90/Die Grünen) vorgenommen wird, erinnert an die jüdische Kaufmannsfamilie Lewissohn. Diese Familie betrieb ab 1876 das bekannte Seebad Mariendorf, das über die Jahre hinweg ein beliebtes Ausflugsziel für viele Berliner war und in den 1920er-Jahren als größte Sportbadeanstalt Groß-Berlins galt.

Die Entscheidung zur Umbenennung erfolgt im Rahmen eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung und hebt die Verdienste von Adolf Lewissohn (1852–1927) sowie seiner Familie hervor. Leider hatte Helene Lewissohn, die während des Nationalsozialismus Verfolgung und Entrechtung erlitten hat, nach dem Krieg keinen Ausgleich für das erlittene Unrecht erhalten und starb 1957 verarmt. Die Namensgebung des Parks ist somit nicht nur eine Würdigung, sondern auch ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen.

Ein Ort der Erinnerung und Bewegung

Der neue Park, der bereits über einen Fußballplatz, einen Spielplatz und einen Bolzplatz verfügt, wurde kürzlich mit neuen Sport- und Bewegungsangeboten aufgewertet. Diese neuen Sportgeräte, die momentan noch durch Bauzäune versperrt sind, sollen ebenfalls am Tag der Umbenennung eingeweiht werden und stehen den Anwohnern kostenlos zur Verfügung. Eine neue Calisthenics-Anlage wird die Möglichkeiten für Sport und Bewegung im Park erweitern und ist rund um die Uhr nutzbar – ein echter Gewinn für die Nachbarschaft!

Die Veranstaltung zur offiziellen Umbenennung findet am Eingang der Grünanlage gegenüber der Ullsteinstraße 152A statt. Hier wird auch bereits am 29. November 2024 eine Gedenktafel für Adolf Lewissohn enthüllt. Die Initiative zur Benennung des Parks stammt von Bianca Tchinda, einer Mariendorfer Bürgerin, die 2015 auf die bewegende Geschichte der Familie stieß. Die Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung brachte das Thema schließlich 2021 offiziell ein.

Ein Blick in die Vergangenheit

Das Seebad Mariendorf war nicht nur ein Ort zum Baden, sondern bot auch ein Restaurant, Konzerte und eine Parkanlage – es war ein bedeutendes Ziel für Ausflüge, das viele Menschen anlockte. Leider wurde es 1950 nach schweren Kriegszerstörungen und Zwangsverwaltung geschlossen. Die Geschichte des Seebades und der Familie Lewissohn ist heute ein wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur in Berlin und zeigt, wie lebendige Orte wie dieser auch mit dunklen Kapiteln der Geschichte verbunden sind.

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Anlässlich von 1.700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland wird das Jüdische Museum Berlin thematisiert, ein Ort, der aktuelle Debatten über jüdisch-deutsche Fragen aufwirft. Hier wird die Komplexität jüdischen Lebens in Deutschland reflektiert, und die heutige jüdische Gemeinschaft ist vielfältig und pluralistisch. Diese Entwicklungen machen umso deutlicher, wie wichtig es ist, die Erinnerungen an das Unrecht zu bewahren und gleichzeitig die positive Entwicklung der Gemeinschaften zu fördern.

Die Umbenennung des Parks in Mariendorf ist somit nicht nur ein Schritt zur Würdigung der Familie Lewissohn, sondern auch eine Gelegenheit für die Anwohner, sich aktiv mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Gedenken und Erinnerung in der heutigen Zeit zu erkennen. Ein schöner Ort, um sowohl aktiv zu sein als auch innezuhalten und nachzudenken.