Heute ist der 19.05.2026 und die Situation in Lichtenrade, einem Stadtteil von Tempelhof-Schöneberg, wirft ihre Schatten auf die Bewohner der Nahariya-Siedlung. Dort erhebt die Mieterinitiative Nahariyakiez (MiNa) schwerwiegende Vorwürfe gegen die Adler Group. Der Grund? Ein umfangreicher Legionellen-Befall, der in rund 800 Wohnungen festgestellt wurde. Die Mieter sind alarmiert und fordern, dass ihre Stimmen gehört werden. Sie berichten von gesundheitlichen Beschwerden, die von asthmaähnlichen Symptomen bis hin zu ernsten Atemwegserkrankungen reichen. Das macht einen echt besorgniserregenden Eindruck.
Die Adler Group hat es bisher versäumt, die Mieter über die Untersuchungsergebnisse zu informieren, obwohl das Gesundheitsamt Tempelhof-Schöneberg bereits Befunde für über 50 Häuser vorliegen hat. Besonders brisant: Erste Hinweise auf die Legionellen-Belastung in der Groß-Ziethener-Straße 78–82 sind bereits seit dem 12. Dezember 2025 bekannt. Wer hätte gedacht, dass eine derartige Gesundheitsgefahr so lange ignoriert werden könnte? Mieter berichten von undichten Fenstern, defekten Heizungen und sogar von Schimmelbefall. Die Hausverwaltung ist für die Bewohner kaum erreichbar, was die Situation nicht gerade besser macht.
Drastische Maßnahmen und Forderungen
Aktuell gilt seit Montag, April 2026, ein striktes Duschverbot für alle Bewohner der betroffenen Gebäude. Ein Aushang der Adler Group spricht von „extrem hoher Kontamination“ des Trinkwassers, nennt jedoch keine genauen Messwerte. Das ist einfach inakzeptabel. Der AMV-Vorsitzende Marcel Eupen fordert vom Gesundheitsamt sofortige Maßnahmen und sieht die Adler Group in der Verantwortung. Die Mieterinitiative verlangt eine vollständige Liste der betroffenen Gebäude sowie eine sichere Wasserversorgung, medizinische Aufklärung und Schadensersatz für erkrankte Mieter. Die gesetzliche Lage ist klar: Bei Verstößen gegen Prüfpflichten drohen den Eigentümern Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Das könnte für die Adler Group echt teuer werden.
Legionellen sind weit verbreitete Süßwasserbakterien, die in Warmwasserleitungen und Klimaanlagen vorkommen können. Wenn die Wassertemperaturen zwischen 25 °C und 55 °C liegen, finden sie ideale Bedingungen vor, um sich zu vermehren. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem, die an Legionärskrankheit erkranken können. Diese schwere Lungenentzündung kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, sogar tödlich verlaufen. Das Gesundheitsamt ist in solchen Fällen verpflichtet, sofort informiert zu werden und die notwendigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu überwachen.
Ein besorgniserregendes Bild
Die Mieterumfrage unter 200 Mietern zeigt deutlich, dass es in allen Häusern Mängel gibt. Berichte über Schimmel, Rohrbrüche und marode Leitungen häufen sich. Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist alarmierend. Die Adler Group hat sich bisher zu den Vorwürfen nicht geäußert. Eine solche Ignoranz gegenüber den Sorgen der Mieter ist einfach nicht hinnehmbar. Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass Vermieter das Trinkwasser in Mehrfamilienhäusern alle drei Jahre auf Legionellen prüfen müssen. Wer sich nicht daran hält, muss mit Konsequenzen rechnen.
Die Mieter fühlen sich im Stich gelassen. Sie haben das Recht auf ein sicheres Zuhause und eine gesunde Umgebung. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen schnell handeln, bevor die Situation noch weiter eskaliert. In Zeiten, in denen Gesundheitsvorsorge mehr denn je auf der Tagesordnung steht, sollte es keine Ausreden geben.