In Bernau, einer charmanten Stadt im Landkreis Barnim, sind die Entsiegelungsmaßnahmen am Steintor und dem Bahnhofsvorplatz nun offiziell abgeschlossen. Doch das ist nicht alles: An der Grünstraße wurde eine weitere versiegelte Fläche am Wolf-Kahlen-Museum aufgebrochen. Stolze 50 Quadratmeter wurden hier entsiegelt, was eine beeindruckende Umgestaltung mit sich bringt. Der einstige Steinplatz mit einer kleinen Baumscheibe wird nun zu einer lebendigen Pflanzfläche umgewandelt. Dies alles geschieht nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern auch mit einem klaren Ziel vor Augen: Die Aufwertung des Platzes und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel stehen im Vordergrund.

Besonders auffällig ist, dass die Fläche in einem Gebiet liegt, wo dringender Handlungsbedarf zur Reduzierung von Hitze besteht. Die Entsiegelung und die Neugestaltung wurden in enger Abstimmung mit dem Infrastrukturamt durchgeführt. So wurde die Baumscheibe von 12 Quadratmetern auf stolze 55 Quadratmeter Pflanzfläche vergrößert. Hier werden heimische Pflanzen wie Wiesensalbei, gewöhnliche Schafgarbe und Wiesenflockenblume gesetzt, um ein Stück Natur zurückzugewinnen.

Natürlicher Klimaschutz und Biodiversität

Die Umgestaltung des Platzes ist mittlerweile seit über einem Jahr im Gange und wird von dem KfW-Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ unterstützt. Diese Maßnahme ist nicht nur ein Schritt in Richtung einer grüneren Stadt, sondern sie spielt auch eine entscheidende Rolle im natürlichen Klimaschutz. Durch Regenwasserversickerung und Luftkühlung wird das Mikroklima in der Umgebung verbessert. Zudem sind geplante Ergänzungen wie ein Bienensandarium, Totholz und Steine für Kleinstlebewesen in Arbeit, was der Artenvielfalt zugutekommt.

Bernau hat sich bereits 2023 das Silber-Label für ökologisches Grünflächenmanagement erarbeitet. Das zeigt, wie ernst es der Stadt mit ihren Umweltanstrengungen ist. Ein Teil dieser Initiative ist das Projekt „StadtGrün naturnah“, das darauf abzielt, auch andere Grünflächen in der Stadt zu fördern und zu entwickeln.

Ein Blick in die Zukunft

Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenderen Programms, das 2020 vom Bund ins Leben gerufen wurde. Das Förderprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ unterstützt Kommunen in Deutschland, um Maßnahmen zur Anpassung an die Herausforderungen des Klimawandels zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf der Erhaltung und Ausweitung öffentlicher Grün- und Freiflächen. Über 300 Projekte wurden bereits gefördert, um Risiken durch extreme Wetterereignisse wie Hitze, Dürre und Starkregen zu mindern.

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Die Bedeutung urbaner Grünräume kann nicht genug betont werden. Sie tragen nicht nur zur Lebensqualität bei, sondern sichern auch die Biodiversität. Vegetation und Böden binden Kohlenstoff, was für den Klimaschutz unerlässlich ist. Die Projekte erhöhen den Regenwasserrückhalt und fördern die Frischluftzufuhr – eine kleine Oase inmitten des urbanen Lebens. Der Austausch und die Vernetzung von Grünräumen sind ebenfalls Teil dieses zukunftsorientierten Ansatzes.

Die Entwicklungen in Bernau sind beeindruckend und zeigen, wie Städte aktiv gegen die Herausforderungen des Klimawandels vorgehen können. Wenn man durch die Stadt schlendert, kann man die Veränderungen bereits spüren und sehen – ein Schritt in eine grünere, lebenswertere Zukunft.