Ein besorgniserregender Vorfall aus Brandenburg zeigt einmal mehr die Herausforderungen, vor denen demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen stehen. Am Donnerstagabend wurde eine 91-jährige demente Frau aus Berlin gefunden, nachdem sie seit Dienstag vermisst worden war. Ihre letzte bekannte Spur führte in einen Mauttunnel in Lübeck, wo sie zusammen mit ihrem Ehemann auf Video aufgenommen wurde. Es ist kaum zu fassen, dass die beiden an einem so belebten Ort zuletzt gesehen wurden, und doch war das Schicksal der Frau nach diesem Tag ungewiss.
Zwei Tage später, am Donnerstag, entdeckte die Polizei ihren Ehemann – ebenfalls dement – in Kremmen, Brandenburg. Der arme Mann konnte keine klaren Angaben machen, wo seine Frau geblieben war. Er hatte berichtet, sich festgefahren zu haben, und war dann ausgestiegen, um Hilfe zu holen, während er seine Frau im Auto zurückließ. Als er gefunden wurde, war er durchnässt und hilflos. Das Bild, das sich den Beamten bot, war alles andere als erfreulich. Die Polizei ging davon aus, dass die Frau hilflos im Fahrzeug zurückgelassen worden war und leitete intensive Suchmaßnahmen ein.
Intensive Suchaktionen
Die Suchaktionen waren umfangreich und umfassten einen Polizeihubschrauber. Zeugen hatten das Auto und den Ehemann bereits am Mittwoch an einem Feldweg gesehen. Letztendlich wurde das Fahrzeug auf einem abgelegenen Ackerweg entdeckt, und die Frau wurde im SUV aufgefunden. Man kann sich nur vorstellen, wie erleichtert die Rettungskräfte waren, als sie sie fanden. Die Seniorin war stark dement, fast erblindet und auf einen Rollstuhl angewiesen. Bei ihrem Auffinden war sie dehydriert, aber ansprechbar. Man kann nur hoffen, dass sie die medizinische Hilfe erhält, die sie dringend benötigt.
Der Ehemann hatte offenbar wegen eines Staus von der Autobahn A24 abgefahren und sich dann verfahren. Was für eine tragische Situation, die nicht nur das Schicksal der beiden betrifft, sondern auch ein Licht auf die Herausforderungen wirft, die Angehörige von demenzkranken Menschen täglich meistern müssen.
Demenz: Ein weit verbreitetes Problem
Demenz ist ein ernstes Thema, das viele Familien betrifft. Im Saarland, zum Beispiel, gibt es bis zu 25.000 Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Das ist eine enorme Zahl! Mehr als 85 Prozent dieser Patienten werden von Angehörigen betreut, was eine immense Belastung darstellen kann. Oft verlieren demenzkranke Menschen die räumliche Orientierung. Es kommt häufig vor, dass sie sagen, sie möchten nach Hause, obwohl sie sich bereits dort befinden. Das macht die Situation für die Angehörigen noch herausfordernder.
Eine Möglichkeit, demenzkranke Menschen zu schützen, sind GPS-Tracker. Diese kleinen Geräte können als Anhänger oder in Form einer Uhr getragen werden und ermöglichen es, die Patienten zu orten. Es gibt sogar Systeme, die Angehörige alarmieren, wenn eine Person einen bestimmten Bereich verlässt. So könnte man im Falle der Berliner Frau vielleicht schneller helfen.
Wie wichtig es ist, in solchen Situationen zu handeln, zeigt auch der Vorfall selbst: Wenn man einem orientierungslos wirkenden älteren Menschen begegnet, sollte man nicht zögern, freundlich Hilfe anzubieten. Wenn klar ist, dass die Person allein unterwegs ist, sollte man umgehend die Polizei informieren. So kann Schlimmeres verhindert werden.