Heute ist der 9.06.2026 und in Potsdam brodelt es mal wieder! Die Stadt hat sich entschieden, ein Verbot für Smart Glasses mit Kameras und Mikrofonen in Schwimmbädern und Saunen zu planen. Das klingt zunächst nach einer technischen Fehlinvestition, aber die Hintergründe sind alles andere als trivial. Der Grund? Es geht um die sogenannten „Rizz“-Videos – ein Trend, der Frauen ungefragt filmt und die Aufnahmen auf Social Media verteilt. Diese Clips zeigen oft harmlose Gespräche, die dann in einem ganz anderen, entwürdigenden Kontext veröffentlicht werden. Das ist nicht nur ein Fall von schlechter Manieren, sondern eine ernsthafte Verletzung der Privatsphäre.

Der Antrag für dieses Verbot wurde von der Fraktion Grüne/Volt eingebracht. Damit will Potsdam ein starkes Zeichen für den Schutz von Frauen setzen. Es wird betont, dass Badegäste ein Recht auf einen unbeobachteten Aufenthalt haben. Das Schwimmbad-Personal soll künftig geschult werden, um diese oft schwer zu erkennenden Geräte zu identifizieren. Viele Modelle sehen ja wie ganz normale Brillen aus – und ich kann mir vorstellen, wie schwer es ist, da den Überblick zu behalten. In Potsdams Bädern gilt bereits ein generelles Verbot von Bild- und Videoaufnahmen durch Mediengeräte, und nun sollen die Smart Glasses explizit in diese Regelung aufgenommen werden. Das ist ein mutiger Schritt! Die Problematik wurde zuletzt auch von „team.recherche“ des SWR beleuchtet.

Ein Trend mit Folgen

„Rizz“ beschreibt angebliche Flirt-Skills, die vor allem von Influencern und Dating-Coaches propagiert werden. Ein bisschen wie ein modernes „Pick-up-Artist“-Phänomen – nur mit einer digitalen Komponente. Es ist schon erstaunlich, wie sich die Zeiten geändert haben. Früher war das Flirten eine Sache von Augenkontakt und einem charmanten Lächeln, heute braucht es oft eine Kamera und eine Plattform, um das Ganze publik zu machen. Aber das hat seinen Preis, denn während ein paar Influencer vielleicht ihren Ruhm ernten, leiden viele Frauen unter den negativen Auswirkungen dieser Videos. Und das kann nicht im Sinne der Gleichberechtigung sein.

Es bleibt abzuwarten, ob andere Städte diesem Beispiel folgen werden. Potsdam könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen und andere Gemeinden dazu ermutigen, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Schließlich ist der Schutz der Privatsphäre ein wichtiges Anliegen in unserer digitalen Welt, wo die Grenzen oft verschwommen sind. Man fragt sich, wie viele andere Städte ähnliche Probleme haben und ob sie auch Maßnahmen ergreifen werden, um ihre Bürger zu schützen.

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