Heute ist der 21.06.2026 und wir werfen einen Blick auf die beeindruckende Geschichte der Burg Blomendal, die tief in der Seele von Blumenthal, Bremen, verwurzelt ist. Die Burg, die seit 1354 ihren Platz am Zusammenfluss von Blumenthaler Aue und Beckedorfer Beeke hat, mag auf den ersten Blick unscheinbar erscheinen. Ihre schlichte Bauweise steht im Kontrast zu den prunkvollen Burgen im Rheinland. Dennoch erzählt sie eine Geschichte, die in die Abgründe des Mittelalters führt.

Hans-Joachim Katenkamp, der Vorstand des Burgvereins, öffnete die Pforten zur Vergangenheit und beleuchtet die Ursprünge des Begriffs „Burg“, der ursprünglich ein festes Gebäude bezeichnete. Über 600 Jahre war diese Burg der Wohnsitz der Ritter zu Oumünde, berühmt-berüchtigt für ihre Raubzüge auf Kaufleute. Diese Raubritter waren nicht zimperlich und verlangten Zehnten sowie Zollabgaben von den Händlern, die durch die Region reisten. Um sich vor Angriffen zu schützen, wurde die Burg mit einem Wehrturm und Befestigungsanlagen errichtet.

Ein Stück Geschichte im Herzen der Stadt

Im Jahr 1436 erwarb der Bremer Rat die Burg von den letzten Eigentümern, den Rittern Johann und Otto von der Borch, um die Raubritter zu kontrollieren. Der Kaufpreis betrug 1400 rheinische Gulden. Von da an wurde die Burg bis ins Jahr 1741 an Bremer Bürgermeister und Ratsmitglieder verpachtet. Dr. Erich Hoyer übernahm 1577 die Burg, und sein Porträt ziert heute den Rittersaal. Dieser Raum hat eine ganz besondere Geschichte: Er wurde später als Gerichtssaal genutzt, um Angeklagte an die Tugenden zu erinnern, die in Form von sieben Medaillons in der Holzdecke verewigt sind.

Doch die Burg hatte nicht nur ihre ruhmreiche Vergangenheit – sie stand in den 1970er-Jahren vor dem Abriss. Grund war die geplante Schnellstraße B74, heute bekannt als A270. Doch das Schicksal wollte es anders, als im Rittersaal Deckenmalereien entdeckt wurden, die zur Denkmalschutzstellung der Burg führten. Diese Malereien, die aus dem frühen 17. Jahrhundert stammen, zeigen Tugenden, Untugenden und die vier Elemente in Medaillonform und sind im holländischen Stil gestaltet. Sie sind ein wahres Kleinod!

Ein lebendiger Ort der Begegnung

In der heutigen Zeit hat die Burg Blomendal ihren Platz als Heimatmuseum, Archiv und Veranstaltungsort gefunden. Im Hoyersaal finden standesamtliche Trauungen am ersten Freitag im Monat statt, und auch Geburtstags- und Firmenfeiern sind hier möglich. Das Burg- und Stadtteilmuseum im Erdgeschoss beherbergt Exponate aus der Burg und Spenden, die von ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins gestaltet wurden. Ein Geschichts-Café und ein Weinfest im August ziehen zusätzlich die Menschen an und laden dazu ein, diese historische Stätte zu entdecken.

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Die Burg ist ein Wehrbau aus massiven Steinquadern, mit einem steingedeckten Dach. Diese Bauweise macht sie gegen Brandanschläge resistent. Ein Burggraben mit Zugbrücke sorgte dafür, dass sie fast nicht einnehmbar war. Die Baumpfähle, die als Gründung in den Sumpf gerammt wurden, sind bis heute erhalten und zeugen von der Ingenieurskunst vergangener Zeiten.

Wer Interesse hat, die Burg zu besichtigen, hat jeden Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr (außer an Feiertagen) die Möglichkeit, einen Blick in die Geschichte zu werfen. Katenkamp lädt alle Interessierten ein, diese einzigartige Burg zu besuchen und die Geschichten, die sie birgt, selbst zu erleben. Es ist ein Ort, der nicht nur in die Vergangenheit entführt, sondern auch lebendige Traditionen pflegt und Gemeinschaft schafft.

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