In der heutigen Zeit, in der Krisen und Bedrohungen – seien es Cyberangriffe oder andere hybride Gefahren – immer präsenter werden, hat der Bremer Senat einen bemerkenswerten Schritt unternommen. Am 13. Januar 2023 wurde das Programm „Bremen resilient“ ins Leben gerufen, das darauf abzielt, den Zivilschutz zu stärken und die Bevölkerung besser auf verschiedene Krisensituationen vorzubereiten. Innensenatorin Eva Högl hat dabei die zunehmenden Bedrohungen durch Spionage, Fake-Informationen und Angriffe auf kritische Infrastrukturen in den Mittelpunkt gerückt. So sind beispielsweise Ereignisse wie der Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz oder die Spionage durch Drohnenüberflüge in Bremerhaven alarmierende Beispiele, die eindringlich auf die Notwendigkeit eines effektiven Zivilschutzes hinweisen.

Das Programm umfasst satte 60 Maßnahmen, die sich mit der Versorgungssicherheit, der Warnung der Bevölkerung und der Absicherung kritischer Infrastruktur beschäftigen. Auf die Umsetzung dieser Maßnahmen, die innerhalb von drei Jahren erfolgen soll, freuen sich viele Bürger. Ein zentraler Punkt ist zudem die individuelle Vorbereitung der Bürger: Högl betont, dass es wichtig ist, dass jeder Einzelne sich auf Notfälle vorbereitet. Hierbei wird auf das Beispiel Finnland verwiesen, wo die Bürger lernen, sich im Ernstfall richtig zu verhalten und Vorräte anzulegen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt sogar, dass Haushalte in der Lage sein sollten, sich für drei bis zehn Tage selbst zu versorgen. Auf www.bbk.bund.de gibt es dazu eine Broschüre mit wertvollen Informationen zur Krisenvorsorge.

Ein strukturiertes Landesprogramm

Besonders interessant ist, dass das Programm „Bremen resilient“ nicht nur ein einmaliger Ansatz ist. Im Januar 2026 wurde ein strukturiertes Landesprogramm zur Krisen- und Bedrohungsbewältigung beschlossen, das bis Ende 2028 laufen soll. Dieses Programm reagiert auf die veränderte sicherheitspolitische Lage und umfasst über 60 Vorhaben in sechs wichtigen Bereichen, darunter die Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen sowie die medizinische Notfallversorgung. Ein zentrales Programmbüro bei der Senatorin für Inneres und Sport koordiniert alle Maßnahmen, was für eine effiziente Umsetzung sorgt.

Ein weiterer Aspekt ist die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ressorts des Landes und der Stadt Bremerhaven. Regelmäßige Abstimmungen und ein zentrales Monitoring gewährleisten, dass alle Planungen koordiniert werden. Zudem wurde ein neuer ressortübergreifender Arbeitskreis mit dem Namen „AK Kritische Infrastrukturen / Zivile Verteidigung“ eingerichtet. Hier wird die Kommunikation zwischen den Behörden und Bremerhaven intensiviert, was in dieser Form bundesweit einzigartig ist.

Die Stärkung der zivilen Sicherheit

Die Initiative in Bremen fügt sich in einen größeren Kontext zur Stärkung der zivilen Sicherheit in Deutschland ein. Sechs zentrale Ziele wurden formuliert, um die Bevölkerung auf Krisen wie Hochwasser, Stromausfälle oder chemische Gefahren vorzubereiten. Die Entwicklung innovativer Konzepte zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Einsatzkräften, Behörden und Zivilgesellschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle. Auch die Berücksichtigung der Schnittstellen zwischen zivilen und militärischen Akteuren ist von großer Bedeutung.

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Ein weiteres Augenmerk liegt auf der besseren Bewältigung hybrider Bedrohungen. Cyberangriffe und Desinformation sind nicht nur Schlagworte, sondern reale Herausforderungen, denen sich unsere Gesellschaft stellen muss. Umso wichtiger ist es, Lösungen zur frühzeitigen Erkennung und Abwehr solcher Angriffe zu entwickeln. Das Ziel bleibt die Sicherstellung der staatlichen Handlungsfähigkeit und der Erhalt des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Die Resilienz der Bevölkerung zu steigern ist ebenfalls ein zentrales Anliegen. Die Eigenvorsorge und der Selbstschutz sollen gefördert werden, wobei neue Bildungsansätze und eine effektive Krisenkommunikation als Schlüssel zum Erfolg betrachtet werden. Die Bürger sollen nicht nur informiert, sondern auch aktiv in die Krisenvorsorge eingebunden werden. Schließlich gilt es, in einer sich ständig verändernden Welt den Herausforderungen von neuen Kriminalitätsformen und Radikalisierung zu begegnen.

All diese Maßnahmen und Initiativen zeigen, dass Bremen und Deutschland insgesamt eine klare Richtung eingeschlagen haben: die Stärkung der zivilen Sicherheit und die Vorbereitung auf die Herausforderungen der Zukunft. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Programme entwickeln werden und welche konkreten Auswirkungen sie auf die Bevölkerung haben. Doch eines ist sicher: Die Bereitschaft, sich auf Krisensituationen vorzubereiten, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wenn das nicht ein bisschen beruhigend ist, was dann?

Für mehr Informationen zu den Programmen und Maßnahmen besuchen Sie bitte die Weser-Kurier oder die Senatspressestelle Bremen.

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