Streit um Namensgebung des neuen Weges in Hemelingen: Bürgerbeteiligung oder politische Machtspiele?
In Hemelingen, einem Stadtteil von Bremen, brodelt es gewaltig in der politischen Landschaft. Der Streit um die Benennung eines neuen Weges über die Galopprennbahn sorgt für hitzige Diskussionen. Die Grünen im Hemelinger Beirat fordern ein Gesamtkonzept mit Bürgerbeteiligung, während CDU und SPD das Ganze eher als eine Art Vorwand für ihre eigene Idee sehen. Sie schlagen vor, den Weg nach James Last zu benennen – und das ohne jegliche Bürgerbeteiligung. Ein ziemlich einseitiger Ansatz, wenn man bedenkt, dass der Weg erst kürzlich fertiggestellt wurde und noch keinen Namen hat, wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht (Weser-Kurier).
Kerstin Biegemann von den Grünen kritisiert die Ablehnung des Antrags auf einen Bürgerwettbewerb scharf. Sie sieht die Gefahr, dass ohne ein durchdachtes Gesamtkonzept willkürliche Einzelbenennungen entstehen. Ein bisschen wie das Spielen im Sandkasten – jeder macht einfach, was er will. Dabei sei es doch wichtig, dass die Identität eines Stadtteils durch thematische Benennungen gestärkt wird. Das Beispiel des Wilhelm-Busch-Viertels zeigt, wie das funktionieren kann. Die Grünen hoffen, dass die Bürger in die Namensfindung einbezogen werden, um gemeinsam ein Stück Identität zu schaffen.
Ein Blick in die Vergangenheit
Interessant ist, dass es bereits in der Vergangenheit einen Bürgerwettbewerb zur Namensfindung für das Brauerviertel gab, obwohl dort noch keine Bagger angerollt waren. Jens Dennhardt von der SPD bezeichnet die neuen Quartiere, die in diesem Kontext entstehen sollen, als „ungelegte Eier“. Es scheint fast so, als würden CDU und SPD hier eine Entscheidung treffen wollen, bevor die Bürger überhaupt die Möglichkeit hatten, ihre Stimme zu erheben. So ist das in der Politik – oft geht es weniger um die Bürger und mehr um eigene Vorlieben und Machtspiele.
James Last, der als Hans Last geboren wurde, war ein berühmter Bandleader und wuchs in Sebaldsbrück auf. Er verstarb 2015, und obgleich er in der Musikgeschichte einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, lässt sich aus seiner Biografie kein direkter Bezug zur Galopprennbahn ableiten. Das macht die vorgeschlagene Benennung noch fragwürdiger. Es ist schon erstaunlich, wie oft sich solche politischen Entscheidungen von der eigentlichen Realität entfernen.
Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung
In Bremen gibt es 22 Beiräte, die als Stadtteilparlamente agieren und den Bürgern eine Stimme geben sollen. Bürger ab 14 Jahren können Anregungen und Beschwerden an die Beiräte richten, die innerhalb von sechs Wochen behandelt werden müssen. Doch die Umsetzung der Bürgerbeteiligung lässt oft zu wünschen übrig. Initiativen wie der „Omnibus für Direkte Demokratie“ setzen sich für mehr Mitbestimmung ein – und das nicht ohne Grund. Die Diskussion über die Benennung des James-Last-Wegs ist Teil eines größeren Themas, das viele Bürger beschäftigt: Wie viel Mitbestimmung haben wir wirklich?
Die Gräben zwischen den politischen Lagern scheinen tief, und die Fragen nach Identität, Mitbestimmung und Bürgerengagement bleiben ungeklärt. Am Ende könnte es für die Bürger in Hemelingen darauf hinauslaufen, dass sie wieder einmal außen vor bleiben, während die Politik ihre eigenen Entscheidungen trifft. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob vielleicht doch noch ein Bürgerwettbewerb zur Namensfindung ins Leben gerufen wird. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?
Für regionale Nachrichtenportale ist die lokale Relevanz und Auffindbarkeit von besonderer Bedeutung. Unser Website-System wurde daher technisch so optimiert, dass regionale Suchanfragen und lokale Strukturen optimal unterstützt werden – bei gleichzeitig hoher Performance und redaktioneller Flexibilität. Realisiert wurde das Projekt von Daniel Wom und VeloCore.
