In Hemelingen, einem Stadtteil von Bremen, wird es spannend. Am 1. Juli steht eine wichtige Übergabe an: Der traditionsreiche Hof Stackkamp wechselt vom Vater Eckart Hoehne zu seinem Sohn Sönke Hoehne. Ein Moment voller Emotionen und auch ein bisschen Aufregung, denn hier geht es nicht nur um die Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebs, sondern um eine Familientradition mit einer Geschichte von 800 Jahren. Der Hof wurde erstmals 1204 urkundlich erwähnt und hat sich in all den Jahrhunderten stark verändert. Sönke, der bereits 2021 den Hofladen eigenständig führt, bringt frischen Wind und neue Ideen in die altehrwürdigen Mauern. Die Familie legt großen Wert auf offene Gespräche und ein gutes Verhältnis, was in der Übergabephase von unschätzbarem Wert ist. Ein tägliches gemeinsames Frühstück von 7:45 bis 8:15 Uhr sorgt dafür, dass alle anstehende Aufgaben besprechen und sich gegenseitig unterstützen.

Die Entscheidung zur Hofübernahme war für die Familie lange Zeit unausgesprochen, aber dennoch klar. Vor rund zehn Jahren fragte Eckart seinen Sohn, ob er den Hof übernehmen wolle – Sönke stimmte zu. Der junge Landwirt hat Agrarwirtschaft studiert und internationale Erfahrungen in Australien gesammelt. Jetzt, wo die Erntezeit Anfang Juli beginnt, wird er stärker für Büroarbeit und Organisation zuständig sein und plant, mehr auf Wirtschaftlichkeit zu achten. Das ist keine leichte Aufgabe, denn viele Höfe in Deutschland verschwinden seit Jahrzehnten, oft weil es keinen Nachfolger gibt. Doch die Familie Hoehne hat in Modernisierungen investiert, um den Betrieb zukunftssicher zu machen.

Ein Blick in die Zukunft

Nach der Übergabe wird Eckart Hoehne weiterhin am Hof aktiv bleiben und den Überblick behalten. Sönke, der schon jetzt den Hofladen leitet, verkauft die frischen Eier nicht nur im eigenen Geschäft, sondern auch an Bäckereien und Geschäfte in Bremen. Die beiden betonen, dass sie ein gutes Verhältnis zueinander haben und Konflikte vermeiden wollen, was bei solchen Übergaben nicht immer der Fall ist. Sönke wird seinen Vater auch weiterhin um Rat fragen, um den Hof erfolgreich zu führen.

Aber nicht nur auf dem Hof Stackkamp gibt es Veränderungen. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Reform der Höfeordnung beschlossen, der am 26. Juni 2024 in Kraft treten soll. Diese Reform zielt darauf ab, die Vererbung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe zu erleichtern und zu verhindern, dass Höfe im Erbfall zerschlagen werden. Die neuen Regelungen besagen, dass nur ein Familienmitglied zum Hoferben berufen wird, während andere Familienmitglieder eine gesetzliche Mindestabfindung erhalten. Dies könnte für viele Betriebe, die unter hohen Verbindlichkeiten leiden, eine Erleichterung darstellen. Die Veränderungen könnten für Sönke und seine Familie von Bedeutung sein, wenn sie in Zukunft darüber nachdenken, wie sie den Hof weitergeben möchten.

Der Hof Stackkamp ist nicht nur ein landwirtschaftlicher Betrieb, sondern ein Stück Geschichte – und jetzt auch ein Ort des Wandels. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln und welche neuen Ideen Sönke in den Familienbetrieb einbringen wird. Die Verbindung von Tradition und Moderne könnte der Schlüssel zum Erfolg sein. Für die Familie Hoehne ist der Hof mehr als nur ein Arbeitsplatz; er ist Heimat, Lebensraum und ein Ort voller Erinnerungen.

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