In Huchting, einem Stadtteil von Bremen, gibt es Neuigkeiten, die so manchem Anwohner die Geduld auf die Probe stellen könnten. Der Ersatzneubau des Werner-Damke-Stegs, der schon lange geplant ist, verzögert sich nun um mindestens ein weiteres Jahr. Der neue Baustart ist nun für den Sommer 2027 anvisiert. Ja, das klingt nach einer langen Wartezeit, aber die Gründe sind nicht ganz trivial. Die Stadtgemeinde Bremen muss zusätzliche Anforderungen im wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren erfüllen, die sich aus den strengen EU-Vorgaben zum Gewässerschutz ergeben.
Um das Projekt voranzubringen, sind einige notwendige Maßnahmen erforderlich. Dazu zählt unter anderem die Biotoptypenkartierung und die Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie. Diese Richtlinie ist ein bedeutendes Instrument im Rahmen der deutschen und europäischen Wasserpolitik, das darauf abzielt, Gewässer zu schützen und ihren Zustand zu verbessern. Die Fertigstellung des neuen Stegs ist nun für Herbst 2027 vorgesehen, allerdings alles unter dem Vorbehalt der erforderlichen Gutachten und Genehmigungsverfahren. Der Beirat Huchting hat sich über Jahre hinweg für den Ersatzneubau stark gemacht, und die Unterstützung kam auch vom CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Hartmut Bodeit.
Details zum Genehmigungsverfahren
Der ursprüngliche Zeitplan sah die Genehmigung nach Paragraf 36 des Wasserhaushaltsgesetzes sowie Paragraf 75 des Bremischen Wassergesetzes vor. Die Unterlagen sollten bereits im Herbst des Vorjahres eingereicht werden, aber wie es oft der Fall ist, kam es anders. Ein geändertes Genehmigungsverfahren hat den ursprünglichen Zeitablauf schlichtweg nicht mehr umsetzbar gemacht. Bei der Vorprüfung stellte sich heraus, dass die zusätzlichen Unterlagen für die Biotoptypenkartierung sowie für den Gewässerschutz nötig sind. Das bedeutet, dass Untersuchungen und Gutachten bis zum Sommer 2027 durchgeführt werden müssen, bevor der Bau endlich beginnen kann.
Die geplante Lösung für den neuen Steg beinhaltet eine barrierefreie Spundwand mit einem befestigten Weg. Diese Maßnahme könnte den Zugang zum Wasser für alle Bürger erleichtern, was besonders für Familien und ältere Menschen von Bedeutung ist. Die Umsetzung sollte ursprünglich in den Jahren 2025 und 2026 erfolgen, doch nun müssen wir uns auf eine längere Wartezeit einstellen.
Der Kontext der Wasserrahmenrichtlinie
Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist ein zentrales Element in der Gewässerpolitik, sowohl in Deutschland als auch in Europa. Sie bündelt zahlreiche Einzelrichtlinien des Wasserrechts und vereint moderne Ansätze des Gewässerschutzes. In Deutschland ist die WRRL im Wasserhaushaltsgesetz, der Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer sowie in der Grundwasserverordnung verankert. Sie ermöglicht eine umfassende Betrachtung des Gewässerzustands und der verschiedenen Belastungen, die diesen beeinträchtigen können.
Die WRRL zielt darauf ab, den Gewässerschutz von der Quelle bis zur Mündung eines Gewässers zu gewährleisten. In Deutschland sind insgesamt 10 Flussgebietseinheiten ausgewiesen, darunter auch die Weser, die direkt in Huchting verläuft. Diese Einzugsgebiete bilden die nationalen Planungsräume für die Umsetzung der WRRL und sind damit auch für die Genehmigungsverfahren in Bremen von Bedeutung. Die umfangreiche Informationssammlung über den Zustand der Gewässer bildet die Grundlage für Maßnahmen zur Verbesserung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklungen rund um den Werner-Damke-Steg in den nächsten Jahren gestalten werden.
