In den letzten Tagen sorgte die Genehmigung zur Erdgaserkundung in den Landkreisen Osterholz und Verden für Gesprächsstoff. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat der Vermilion Energy Germany die Erlaubnis erteilt, in diesen Regionen nach Erdgas zu suchen. Diese Entscheidung fiel, da gesetzliche Bestimmungen die Erteilung einer solchen Genehmigung vorschreiben. Es ist wichtig zu betonen, dass die Erlaubnis aktuell keine technischen Maßnahmen oder Probebohrungen umfasst und auch keine Nutzung von Straßen durch Vibrotrucks vorgesehen ist. Der Fokus liegt vorerst lediglich auf der Erkundung der Erfolgsaussichten für eine mögliche Erdgasförderung.
Die Genehmigung ist für einen Zeitraum von zwei Jahren gültig und erlaubt dem Unternehmen, einen Claim abzustecken. LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier hat auf die Kritik des CDU-Landtagsabgeordneten Axel Miesner reagiert und betont, dass die Bedenken der Bevölkerung ernst genommen werden. Während einige besorgte Stimmen die Genehmigung infrage stellen, stellt das LBEG klar, dass keine gravierenden Versagensgründe vorlagen, die gegen die Erteilung der Erlaubnis sprechen würden. Auch die Sorgen um einen möglichen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und der Erdgasförderung wurden zurückgewiesen, wenngleich mögliche induzierte Erdbeben nicht ausgeschlossen werden.
Induzierte Erdbeben und Fracking-Verbot
Obwohl das LBEG die Möglichkeit von induzierten seismischen Ereignissen, sprich Erdbeben, nicht ausschließt, bleiben die meisten dieser Ereignisse unter der Wahrnehmbarkeitsschwelle, was bedeutet, dass sie für die Bevölkerung nicht spürbar sind. Interessant ist auch, dass Fracking in Niedersachsen seit 2011 und in ganz Deutschland seit 2014 verboten ist. Sollte es zu einer Gasförderung kommen, würde eine normale Fördertechnik angewendet, die nicht auf Fracking basiert.
Die Lilienthaler CDU-Fraktion plant, dem Unternehmen die Sondernutzung für gemeindeeigene Straßen zu untersagen. In der Samtgemeinde Bothel wurden Krebserkrankungen in einer Folgeuntersuchung nicht bestätigt, was die Genehmigungspolitik des LBEG stützt. Sozialdemokraten im Landkreis Osterholz fordern den Rückzug der Genehmigung, was jedoch laut LBEG nicht möglich ist. Der LBEG-Präsident sieht keine fachliche Grundlage für ein Verbot der Erdgasförderung in dicht besiedelten Regionen und geht von zwei bis drei Jahren Schreibtischarbeit aus, bevor weitere Schritte unternommen werden.
Ausblick und weitere Informationen
Insgesamt zeigt die Situation um die Erdgaserkundung in Osterholz und Verden, wie komplex und umstritten die Thematik der fossilen Ressourcen in Deutschland ist. Die Genehmigungen und die damit verbundenen Vorhaben werden von verschiedenen politischen Lagern unterschiedlich bewertet, was den Diskurs über die zukünftige Energieversorgung in Deutschland weiter anheizt. Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie auch in dem Bericht des Bundestags nachlesen.