Landratskandidaten diskutieren Zukunft des Sports in Osterholz-Scharmbeck
Im Medienhaus am Campus Osterholz-Scharmbeck kamen kürzlich vier Landratskandidaten zusammen, um über wichtige Themen rund um die Sportvereine zu diskutieren. Dabei waren Imke Aita Birmele von den Linken, Fabian Albrecht von der CDU, Michael Harjes von der SPD und Kim Fürwentsches von den Grünen. Es gab zwar nur rund 15 interessierte Zuhörer, aber die Themen waren alles andere als unbedeutend. Die Verantwortung der Kommunen, die Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen, die Mitsprache von Jugendlichen in der Sportpolitik und die Stärkung des Ehrenamts standen im Fokus der Diskussion. André Kwiatkowski, Präsident des Landessportbundes Niedersachsen, ergriff ebenfalls das Wort und forderte unter anderem barrierefreie Sportstätten und eine Priorisierung des Kinder- und Jugendsports. Eine klare Botschaft, die nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in anderen Bundesländern von Bedeutung ist.
Kwiatkowski wies darauf hin, dass bei Schuleingangsuntersuchungen 12% der Kinder adipös sind. Ein alarmierendes Zeichen, das die Notwendigkeit unterstreicht, Kinder und Jugendliche für Sport zu begeistern. Kim Fürwentsches hob die essenzielle Rolle von Sportvereinen im gesellschaftlichen Leben hervor und machte deutlich, dass diese Institutionen weit mehr sind als nur Orte für sportliche Betätigung. Fabian Albrecht sah die Kommunen in der Verantwortung, da sie viele Sportstätten besitzen und daher auch für deren Entwicklung zuständig sind. Michael Harjes ergänzte, dass die Kommunen als „Overhead“ fungieren sollten, um eine bessere Unterstützung für die Vereine zu gewährleisten. Die Sorgen über mögliche Kapazitätsverluste für den Vereinssport durch die Ganztagsbetreuung in Schulen wurden ebenfalls laut, was die Dringlichkeit der Thematik verdeutlichte.
Ehrenamt und Jugendbeteiligung
Die Diskussion über die Stärkung des Ehrenamts kam nicht zu kurz. Kwiatkowski betonte die Notwendigkeit, das Ehrenamt attraktiver zu gestalten und warnte vor zu vielen Hürden, die insbesondere jüngere Menschen von einer aktiven Mitwirkung abhalten könnten. So äußerte Fürwentsches Bedenken bezüglich der organisatorischen Hürden für die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen in der Sportpolitik. Albrecht schlug vor, den Sportausschuss für die Jugendbeteiligung zu nutzen, um eine direkte Stimme für die jungen Sportler zu schaffen. Birmele forderte, dass die Vereine als Sprachrohr für ihre jungen Mitglieder fungieren sollten, damit deren Anliegen Gehör finden. Die Herausforderung, die Jugendbeteiligung aktiv zu fördern und gleichzeitig Enttäuschungen zu vermeiden, wurde von Harjes eindrücklich betont.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Finanzierung. Birmele äußerte den Wunsch, den Bund um langfristige Planungssicherheit für das Ehrenamt zu bitten. Harjes forderte Rentenpunkte für Ehrenämter und attraktivere Angebote für die Ehrenamtskarte. Hier gibt es bereits Modelle, die in anderen Bundesländern wie Hessen erfolgreich umgesetzt wurden. In Hessen ist etwa jeder zweite Bürger ehrenamtlich aktiv, und die CDU hat unter dem Motto #deinehrenamt die Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement verbessert. Ein kostenfreies Deutschlandticket für Ehrenamtliche könnte das Engagement zusätzlich fördern und die Mobilität verbessern.
Barrierefreiheit und digitale Tools
Im Hinblick auf barrierefreie Sportstätten, ein Thema, das auch Birmele stark angesprochen hat, gibt es in Baden-Württemberg ab Oktober 2025 neue Möglichkeiten. Mitgliedsorganisationen und Vereine können dann die digitalen Tools der Web Inclusion GmbH kostenfrei nutzen, um ihre Webseiten barrierefrei zu gestalten. Diese Tools bieten eine Vielzahl an Funktionen, wie etwa eine Vorlesefunktion, Unterstützung für leicht verständliche Texte und Übersetzungen in viele Sprachen. Solche Maßnahmen sind entscheidend, um den Zugang zu Sportangeboten für Menschen mit Behinderungen zu verbessern, und könnten auch in Niedersachsen als Vorbild dienen.
Die Diskussion in Osterholz hat viele Aspekte aufgegriffen, die für die zukünftige Entwicklung des Sports in der Region und darüber hinaus von großer Bedeutung sind. Es bleibt abzuwarten, wie die Kandidaten ihre Ideen und Vorschläge in die Tat umsetzen werden und welche Fortschritte in der Sportpolitik erzielt werden können. Sicher ist, dass die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Vereinen und der Politik entscheidend sein wird, um die Herausforderungen der heutigen Zeit zu meistern.
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