In Walle, einem Stadtteil von Bremen, tut sich gerade etwas Spannendes: Auf einer ehemaligen Sperrmülldeponie am Waller Damm entsteht ein „Wald-Weltacker“. Dieses innovative Projekt wird vom Verein für Sozialökologie ins Leben gerufen und nimmt eine Fläche von stolzen 2000 Quadratmetern ein. Seit Monaten setzen sich viele freiwillige Helfer dafür ein, das Gelände in einen Ort für nachhaltige Ernährung zu verwandeln. Unterstützt werden sie dabei von Nachbarn und der Entsorgungsfirma Nehlsen. Auch das Bundesumweltministerium und die Bremer Umweltsenatorin stehen hinter diesem Vorhaben und fördern es. Zielgruppen sind Schulklassen, Kita-Gruppen sowie junge und ältere Erwachsene – hier ist für jeden etwas dabei!

Der Wald-Weltacker wird nicht nur als Lernort für nachhaltige Ernährung fungieren, sondern auch die globalen Probleme der Nahrungsmittelversorgung anschaulich machen. Das Konzept, das hier umgesetzt wird, basiert auf dem ersten Weltacker, der 2014 in Berlin ins Leben gerufen wurde. Dieser sollte testen, ob es möglich ist, sich auf 2000 Quadratmetern gesund zu ernähren – und die Antwort darauf ist „ja“. Statistisch gesehen benötigt jeder Mensch in Deutschland etwa 2700 Quadratmeter pro Jahr, was die ungleiche Verteilung der Flächen verdeutlicht. In Bremen wird der Wald-Weltacker das erste seiner Art in der Stadt sein und plant, alte Laub- und Obstbäume zu erhalten. Damit wird nicht nur ein neuer Raum geschaffen, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Biodiversität.

Ein Ort für Lernen und Dialog

Der Wald-Weltacker in Walle soll Themen wie Biodiversität, Fruchtfolge, Wasserverbrauch und Ernährungsgerechtigkeit vermitteln. Wie wichtig diese Themen sind, zeigt sich auch in anderen Städten, wie beispielsweise Dortmund. Dort gibt es einen Weltacker, der als Lern- und Dialogort fungiert, um globale Landwirtschaft auf lokaler Ebene erlebbar zu machen. Der Ansatz ist ähnlich: Auf dem dortigen Weltacker werden etwa 45 wichtige Kulturen der Welt maßstabsgetreu angebaut. Besucher haben die Möglichkeit zu erfahren, wie viel Fläche verschiedene Lebensmittel, Futtermittel und Energiepflanzen benötigen. Es wird ein Raum geschaffen für Umweltbildung, Kreativität und Gemeinschaft!

Die Idee hinter diesen Weltäckern ist es, einen Dialograum und ein Experimentierfeld für nachhaltige Transformation in Städten zu bieten. In Dortmund wird das Projekt auch durch das EU-Projekt Turn the Tables gefördert, das sich auf gerechte, grüne und nachhaltige Lebensmittelbeschaffung konzentriert. Dort wird ab Frühjahr 2026 ein Bildungsprogramm für Kitas, Schulen und außerschulische Lernorte angeboten. Auch der Wald-Weltacker in Walle plant, ähnliche Bildungsangebote zu entwickeln, um das Bewusstsein für die Bedeutung nachhaltiger Ernährungspraktiken zu schärfen.

Insgesamt wurden für das Projekt in Walle bereits 4000 Euro in Materialien wie die Miete eines Radladers, Entsorgungskosten und Bodenproben investiert. Aber bevor die ersten Pflanzen in die Erde gesetzt werden können, müssen noch Müll und alte Haushaltsgeräte entsorgt werden. Die Nachbarn haben bereits den Waller Waldgarten angelegt und unterstützen das Projekt tatkräftig. Es ist wirklich inspirierend zu sehen, wie die Gemeinschaft zusammenkommt, um etwas Positives für die Umwelt und die zukünftigen Generationen zu schaffen.

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