Wie die Kindheit auf dem Klinikgelände einen Bremer geprägt hat – das ist der Titel eines neuen Buches von Wolfgang Heines, der seine Erinnerungen an die Zeit im Doktorhaus auf dem Gelände der Ameos-Klinik festgehalten hat. Seine Kindheit hat er in Oberneuland verbracht, wo seine Familie 1954 von Köln hingezogen ist. Sein Vater, Dr. Karl-Dieter Heines, war der ärztliche Direktor der Privatklinik, die 2003 zur Ameos-Gruppe gehörte. In seinem 150-seitigen Werk, das im Kellner-Verlag erschienen ist, schildert Heines die enge Verbindung, die seine Familie mit den Patienten der Klinik hatte. Diese besondere Beziehung prägte nicht nur den Alltag, sondern auch seine Sicht auf das Leben und die Medizin.

Die Klinik selbst hat eine lange Geschichte: Gegründet im Jahr 1764, übernahm Dr. Karl-Dieter Heines sie 1961. Wolfgang Heines beschreibt die Überschneidung von Klinikalltag und Familienleben als normal und erzählt von Weihnachtsfesten, die mit den Patienten gefeiert wurden – Geschenke wurden verteilt und Lieder gesungen. Das scheint eine Atmosphäre gewesen zu sein, in der der Mensch im Mittelpunkt stand, etwas, das in der heutigen Zeit oft verloren geht. Heines selbst hat die Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen in der Arzt-Patienten-Interaktion immer betont, was nicht bloß eine Floskel, sondern ein Lebensthema für ihn geworden ist.

Ein Leben für die Medizin

Nach seiner Kindheit in der Klinik absolvierte Wolfgang Heines Zivildienst, studierte Medizin und machte seine Facharztausbildung in verschiedenen Städten. Von 1986 bis 2013 praktizierte er als selbstständiger Hausarzt in der Vahr. Seine Erfahrungen fließen natürlich auch in das Buch ein. Ganz offensichtlich ist Heines das Thema Arzt-Patienten-Beziehung ein wichtiges Anliegen. Diese Beziehung ist in der Regel asymmetrisch – Ärzte haben mehr Informationen und Kompetenzen. Doch die moderne Medizin strebt eine Symmetrie an, um die Heilungschancen zu erhöhen. Paternalistisches Denken ist überholt, und das ist gut so.

Ein Stück weit schimmert in Heines‘ Erzählungen eine nostalgische Note durch. Die Klinik war kein kalter Ort, vielmehr ein Zuhause, wo man auch mit den Patienten feierte. Und gleichzeitig wird klar, dass die zwischenmenschlichen Aspekte in der Medizin unersetzlich sind. Heines ist seit 24 Jahren Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Dr. Heines, die 1992 gegründet wurde, und sieht sich in der Verantwortung, die Bremer Historie und die deutsche Krankenhausgeschichte zu bewahren. Ein großes Ziel, das nicht nur für ihn, sondern auch für zukünftige Generationen von Bedeutung ist.

Die Bedeutung der Arzt-Patienten-Beziehung

Die Arzt-Patienten-Beziehung ist ein facettenreiches Thema. Studien zeigen, dass viele Patienten sich oft unzureichend informiert fühlen und nur 50 % die ärztlichen Informationen korrekt verstehen. Das ist beunruhigend, denn eine gute Beziehung fördert Vertrauen und Patientenzufriedenheit. Neben der medizinischen Kompetenz sind auch psychosoziale und kommunikative Fähigkeiten gefragt. Interessanterweise wurde in einem Wiener Feldversuch festgestellt, dass aktives Zuhören die Patientenzufriedenheit erhöht. Das zeigt: Kommunikation ist das A und O!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die durchschnittliche Gesprächszeit pro Patient liegt unter zehn Minuten. Das ist echt nicht viel, wenn man bedenkt, wie wichtig es ist, dass Patienten sich verstanden fühlen. Der Eid des Hippokrates und berufsethische Richtlinien legen klare Regeln für diese Beziehung fest, und die ärztliche Schweigepflicht schützt die Vertraulichkeit. Es ist ein komplexes Zusammenspiel, das sowohl Vor- als auch Nachteile haben kann.

Wolfgang Heines‘ Erinnerungen sind mehr als nur persönliche Rückblicke – sie sind ein Hinweis darauf, wie wichtig die menschliche Komponente in der Medizin ist. Sein Buch wird sicher nicht nur Bremer Historie aufleben lassen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Diskussion um die Arzt-Patienten-Beziehung leisten. Diese Themen sind heute relevanter denn je. Wer weiß, vielleicht inspiriert sein Werk auch andere, die Bedeutung dieser Beziehungen neu zu überdenken.

Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?

Hohe Datenschutzstandards und eine saubere technische Architektur schließen sich nicht aus. Unsere neue VeloCore-Plattform ist bewusst plugin-frei und datenschutzfreundlich umgesetzt worden - von Daniel Wom und VeloCore realisiert als klares Bekenntnis zur DSGVO.