Heute ist der 9.05.2026 und in Deutschland brodelt die Diskussion um die Besteuerung von Kryptowährungen. Mehrere Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen haben kürzlich einen Gesetzentwurf eingereicht, der die steuerfreie Haltefrist für Krypto-Gewinne abschaffen möchte. Unter den Abgeordneten ist auch Max Lucks, der sich bekanntlich kritisch zu Kryptowährungen äußert. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass anstelle der bisherigen Kapitalertragsteuer der persönliche Einkommensteuersatz zur Anwendung kommt. Das bedeutet, dass Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften mit Krypto unabhängig von der Haltedauer besteuert werden. Diese Regelung würde für Coins gelten, die nach dem 31. Dezember 2025 erworben wurden. Für Bestände davor bleibt die Haltefrist bestehen.
Das Ziel dieser Änderung? Der Staat erhofft sich Mehreinnahmen von geschätzten 5 Milliarden Euro oder mehr. Besonders interessant ist die Schätzung, dass der Wegfall der Einjahresfrist das Einkommensteueraufkommen um mindestens 5 Milliarden Euro erhöhen könnte. Das klingt nach einer enormen Summe, die den Haushalten von Bund, Ländern und Kommunen zugutekommen soll. Zum Vergleich: In Österreich, wo die Haltefrist bereits abgeschafft wurde, betrugen die Mehreinnahmen im Jahr 2024 lediglich 33,8 Millionen Euro. Hochgerechnet auf Deutschland würde dies bei Anwendung der Kapitalertragsteuer etwa 100 Millionen Euro ausmachen. Die Informationsquelle zu diesem Thema ist Blocktrainer.
Aktuelle Entwicklungen und Ausblicke
Die Diskussion um die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen ist hochaktuell. Im April 2026 wird von der Bundesregierung über die Abschaffung der 1-Jahres-Steuerfreiheit für Krypto-Gewinne nachgedacht. Die EU plant sogar eine gesamteuropäische Krypto-Steuer. Derzeit gelten Kryptowährungen in Deutschland als „sonstige Wirtschaftsgüter“ nach § 23 EStG. Das heißt, sie werden nicht wie Aktien besteuert. Bislang sind Gewinne nach einer Haltezeit von einem Jahr steuerfrei, aber eine mögliche Änderung steht ab 2026/2027 im Raum.
Eine wichtige Regelung, die seit 2024 in Kraft ist, ist die Freigrenze für Gewinne innerhalb der Haltefrist, die auf 1.000 Euro angehoben wurde. Davor lag sie bei 600 Euro. Auch die DAC8-Richtlinie, die ab 2026 Kryptobörsen verpflichtet, automatisch Transaktionsdaten an das Finanzamt zu melden, könnte für zusätzliche Transparenz sorgen. Der Steuerdruck auf Krypto-Anleger könnte sich somit erhöhen. Steuerpflichtige Ereignisse sind unter anderem der Verkauf von Krypto gegen Fiat, Krypto-zu-Krypto-Tausch und die Bezahlung mit Krypto. Das macht die ganze Materie ziemlich komplex und die Notwendigkeit einer klaren Regelung umso drängender.
Die Stimmen aus der Branche
Joshua Krüger, ein Krypto-Experte, sieht die mögliche Steuerreform als Wendepunkt in der deutschen Krypto-Besteuerung. Er kritisiert die derzeitige Regelung als aufwändig und intransparent und schlägt vor, Gewinne ähnlich wie bei Aktien oder Anleihen mit rund 25 Prozent Abgeltungsteuer zu belegen, unabhängig von der Haltedauer. Diese Idee könnte die steuerliche Behandlung vereinfachen und vielleicht auch die Attraktivität von Kryptowährungen als Anlageform erhöhen. Schließlich ist die derzeitige Regelung mit steuerfreien Gewinnen nach zwölf Monaten international untypisch.
Eine Reform könnte kurzfristig Verkaufsdruck auf den Markt erzeugen, da Anleger möglicherweise Gewinne vor einer möglichen Neuregelung realisieren möchten. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung diesen Trend aufgreift und ob sie konkrete Gesetzesvorschläge präsentieren wird. Bislang bleibt die bestehende Regelung in Kraft, doch die Unsicherheiten machen die Situation für viele Anleger unberechenbar. Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeigt, dass das Thema Krypto und Steuern noch lange Zeit spannend bleiben wird. Die Quelle für weitere Details ist Morgenpost.