EU plant Gesetz zur Verringerung der Abhängigkeit von China in Handelsbeziehungen
Heute ist der 20.06.2026, und die Diskussionen über die Handelsbeziehungen zwischen der EU und China erreichen eine neue Dimension. Die EU-Kommission plant ein Gesetz zur breiteren Streuung von Lieferanten für europäische Unternehmen, um die Abhängigkeit von einzelnen Ländern, insbesondere China, zu verringern. Das ließ Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einem EU-Gipfel in Brüssel verlauten. Sie betonte, dass Unternehmen ihre Risiken viel zu langsam abbauen und deshalb ein Gesetzesvorschlag notwendig sei. Das Handelsdefizit zwischen der EU und China hat eine Rekordhöhe von rund einer Milliarde Euro pro Tag erreicht. Dies ist nicht nur eine Zahl – es ist ein Alarmzeichen für die europäischen Staaten, die sich einig waren, dass man im Dialog mit wichtigen Handelspartnern über Wettbewerbsverzerrungen sprechen muss. Ein zentrales Thema war China, auch wenn das Land in den Gipfel-Schlussfolgerungen nicht namentlich erwähnt wurde.
António Costa, Präsident des Europäischen Rates, drückte es deutlich aus: Das Handelsdefizit von etwa 360 Milliarden Euro im Jahr 2025 sei nicht tragbar. Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden, die im letzten Jahr offenkundig wurden, haben die Dringlichkeit des Themas noch einmal unterstrichen. In diesem Zusammenhang wird das geplante Gesetz als eine Möglichkeit angesehen, die Risiken für europäische Unternehmen zu minimieren, vielleicht sogar überflüssig zu machen, sollten die Firmen ihre eigenen Risikominderungsanstrengungen verstärken. Aber die Frage bleibt: Wie wird die EU auf mögliche Vergeltungsmaßnahmen durch Drittländer reagieren? Sie hat sich jedenfalls darauf geeinigt, geschlossen aufzutreten.
Wirtschaftliche Abhängigkeit und neue Maßnahmen
Die Verwundbarkeit der einzelnen EU-Mitgliedstaaten in Bezug auf China ist ein weiteres heiß diskutiertes Thema. Belgischer Premierminister Bart De Wever hat dies angesprochen und die Notwendigkeit von härteren Maßnahmen gefordert. Tatsächlich kontrolliert China 90 % der weltweiten Seltene-Erden-Verarbeitung, was die Abhängigkeit der EU von Rohstoffen wie Magnesium, Wolfram und Antimon noch verstärkt. Chinesische Exporte von Elektrofahrzeugen, Solarmodulen und Batterien treiben das Handelsdefizit weiter an. Im April 2026 erreichte das Defizit 31,9 Milliarden Euro. Das ist kein Zufall, sondern eine direkte Folge von staatlichen Subventionen, die chinesische Unternehmen drei- bis achtmal mehr erhalten als Firmen in anderen OECD-Ländern.
Und während die EU über mögliche Maßnahmen wie Anti-Subventions- und Anti-Dumping-Zölle nachdenkt, bleibt die Frage, ob diese Schritte schnell genug kommen. Die EU-Staaten sind sich uneinig, vor allem Deutschland, Spanien und Griechenland zögern bei der Umsetzung schärferer Handelsmaßnahmen. Ein EU-Gesetz über kritische Rohstoffe soll die heimische Versorgung stärken, könnte jedoch bis zu 30 Jahre für den Aufbau unabhängiger Lieferketten benötigen. Es ist ein langer Weg, und die Zeit drängt.
Ein Ausblick auf die Handelsbeziehungen
Die EU hat ein chronisches Handelsdefizit mit China, das im Jahr 2025 bei 359,9 Milliarden Euro lag, ein Anstieg von 2,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist nicht nur eine Zahl in einem Bericht, sondern eine Realität, die die europäische Wirtschaft belastet. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich das Defizit im Volumen um das 5,2-fache erhöht. Im Jahr 2025 machte importierte Ware den Großteil der Einfuhr aus China aus, während die EU-Exporte nach China um 6,5 % sanken. Dennoch hat die EU im Dienstleistungssektor einen Handelsüberschuss von 21,3 Milliarden Euro mit China. Es bleibt eine komplexe Beziehung, in der China sowohl Partner als auch Rivalen ist.
Die EU verfolgt eine Strategie zur Risikominderung, nicht zur vollständigen Entkopplung von China. Offene Kommunikationskanäle und bilaterale Kooperation sind weiterhin Teil der Strategie, auch wenn die Bedenken hinsichtlich systemischer Ungleichgewichte in der chinesischen Wirtschaft zunehmen. Die Herausforderungen in den Handelsbeziehungen sind klar, und während die EU Reformen der Welthandelsorganisation anstrebt, bleibt die Frage, wie effektiv diese Maßnahmen letztlich sein werden. Der Weg zu einer ausgewogeneren Handelsbeziehung ist steinig und voller Hürden.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in den Handelsbeziehungen zwischen der EU und China empfehlen wir, einen Blick auf den vollständigen Artikel von der Zeit zu werfen.
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