Heute, am 11. Mai 2026, wird im Rathaus Bergedorf eine ganz besondere Fotoausstellung eröffnet, die sich mit der einzigartigen Schönheit alter Bäume beschäftigt. Der Fotograf Lemke, der nach seinem Ruhestand seine Leidenschaft für die Waldfotografie entdeckt hat, zeigt seine Werke, die über mehrere Jahre hinweg entstanden sind. Dabei hat er einen bemerkenswerten Blick für den Charakter und die Eigenheit dieser majestätischen Pflanzen entwickelt. Die Ausstellung trägt den Titel „Bäume“, inspiriert von Hermann Hesses gleichnamigem Buch, in dem der Autor alte Bäume als heilig betrachtet, was sich in Lemkes eindrucksvollen Fotografien widerspiegelt. Die Vernissage findet heute von 14 bis 17 Uhr statt, und es wird ein Grußwort von Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann geben.

Die Ausstellung läuft bis zum 12. Juni 2026 und ist während der üblichen Öffnungszeiten frei zugänglich. Wer also in der Nähe ist, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die bisherigen Stationen der Ausstellung im Sachsenwaldgebiet haben bereits viele begeisterte Besucher angezogen und die Fotografien von Lemke haben unter den Naturliebhabern für Aufsehen gesorgt. Es ist einfach faszinierend, wie er die Seele dieser alten Riesen einfängt.

Ein Blick hinter die Kulissen

Auf seiner Website, die man unter baum-portraits.de findet, gibt Lemke weitere Einblicke in sein Projekt. Hier werden nicht nur die Fotografien präsentiert, sondern auch die Geschichten hinter den Bäumen erzählt, die oft eine jahrhundertelange Geschichte in sich tragen. Es ist erstaunlich, wie viel wir von diesen stillen Riesen lernen können!

Die Verehrung von Bäumen ist in vielen Kulturen tief verwurzelt. Sie werden oft als eindringliche Prediger angesehen, die uns Weisheiten des Lebens vermitteln. Hermann Hesse thematisiert in seinen Werken den Widerspruch zwischen Natur und Geist. In seinem Buch „Bäume“ wird deutlich, dass Bäume nicht nur Pflanzen sind, sondern Wesen, die danach streben, ihr eigenes Gesetz zu erfüllen und ihre Gestalt auszubauen. Das macht sie in der Literatur und auch in der Fotografie so besonders.

Hesse und seine Bäume

Hesse selbst hatte eine tiefe Verbindung zur Natur. Er verbrachte viel Zeit in den Bergen, die für ihn Rückzugsorte während seiner Schaffenskrisen waren. Die Einsamkeit und Größe der Berge lässt sich auch in seinen Gedichten wiederfinden, wie zum Beispiel in „Knarren eines geknickten Astes“. Die Natur und insbesondere die Bäume sind untrennbar mit seiner philosophischen und künstlerischen Arbeit verbunden. Seine Werke sind immer ein bisschen wie ein Gespräch mit der Natur.

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Die Ausstellung von Lemke ist also nicht nur eine Präsentation von Fotografien. Sie ist ein Aufruf, die Natur wieder bewusster wahrzunehmen und zu schätzen. Wer sich für das Zusammenspiel von Kunst und Natur interessiert, sollte sich die Ausstellung im Rathaus Bergedorf nicht entgehen lassen. Vielleicht entdeckt man ja bei einem Rundgang den eigenen Baum, der einem etwas über sich selbst erzählen kann.