Heute ist der 6.05.2026, und während die meisten von uns vielleicht mit den alltäglichen Aufgaben beschäftigt sind, brodelt es im benachbarten Deutschland. In Hamburg-Bergedorf steht ein Kultur- und Begegnungsfest auf dem Frascati-Platz an, das sowohl Interesse als auch Besorgnis weckt. Die Ditib-Gemeinde plant dieses Event vom 14. bis 17. Mai, doch die Gästeliste sorgt für reichlich Zündstoff. Politische Diskussionen sind damit vorprogrammiert.

Auf der Veranstaltung sollen Redner auftreten, die für ihre umstrittenen Ansichten bekannt sind. Besonders im Fokus steht Sertac Abi, ein türkischer Influencer, der ein Video teilte, in dem iranische Raketen in Israel einschlagen, während ein Kleinkind tanzt. Solche Inhalte werfen Fragen auf, nicht nur über den Einfluss der Redner, sondern auch über die Botschaft, die damit vermittelt wird. Zudem wird das Fest als kinderfreundliches Familienfest beworben – eine interessante Mischung, die nicht bei allen gut ankommt.

Kritik und Widerstand

Die FDP im Bezirk Bergedorf fordert die Absage der Veranstaltung. Politikerin Sonja Jacobsen äußert sich besorgt über die Einladung von Personen, die mit islamistischen oder antisemitischen Aussagen in Verbindung stehen. Sie spricht von einer Verharmlosung der Situation, die in der aktuellen politischen Klima wenig Platz hat. Auf den Plakaten der Veranstaltung prangt zudem das Logo der türkischen Religionsbehörde, was viele als Indiz für eine mögliche politische Einflussnahme werten.

Parallel zur Ditib-Veranstaltung plant die Hamburger Kocatepe-Camii-Moscheegemeinde ein Jubiläumsfest zum 40. Geburtstag, ebenfalls im Mai auf dem Frascati-Platz. Auch dieses Fest soll mehrere Tage dauern und tausende Besucher:innen anziehen. Attraktionen wie Hüpfburgen für Kinder und Essensstände sollen das Event bereichern. Doch auch hier gibt es Vorwürfe: Die Einladung islamistischer Prediger, darunter Bünyamin Topçuoğlu und Mustafa Özcan Güneşdoğdu, sorgte für Aufregung. Während Topçuoğlu einen früheren Hamas-Chef als „Märtyrer“ bezeichnete, äußerte Güneşdoğdu nach dem 7. Oktober antisemitische Ansichten.

Veränderungen und Reaktionen

Spannend ist, dass beide Redner laut dem Bergedorfer Bezirksamt nach interner Überprüfung von der Liste gestrichen wurden. Zwei weitere Redner sollen ebenfalls nicht mehr teilnehmen. Der Ditib-Landesverband hat eine „Aufarbeitungskommission“ angekündigt, was möglicherweise auf ein Umdenken innerhalb der Organisation hindeutet. Kritiker wie Eren Güvercin stellen jedoch die Glaubwürdigkeit dieser Maßnahmen infrage. Vorwürfe gegen die verbleibenden Redner wegen antisemitischer Inhalte in sozialen Netzwerken sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.

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Die Diskussion über strukturelle Probleme innerhalb des Ditib-Verbands und dessen Umgang mit Antisemitismus wird immer lauter. Es scheint, als ob die geplanten Feste nicht nur Feiern, sondern auch eine Bühne für tiefere gesellschaftliche Auseinandersetzungen darstellen. Während also die einen auf das Fest freuen, sind andere besorgt über die Botschaften, die damit transportiert werden könnten. Die kommenden Tage versprechen also mehr als nur bunte Luftballons und fröhliche Musik.