In Hamburg-Mitte hat die Stadtreinigung eine interessante Sammelaktion ins Leben gerufen, die vielen Radfahrern und Passanten ein gewisses Schmunzeln entlocken dürfte. Schrotträder werden aus dem Stadtbild entfernt, um Platz zu schaffen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Diese Aktion begann nicht nur hier, sondern wird in den kommenden Wochen auch auf andere Bezirke ausgeweitet. An der Ecke Clemens-Schulz-Straße/Hein-Hoyer-Straße standen am Dienstag bereits etwa ein Dutzend dieser verwaisten Fahrräder. Rote Aufkleber, die mindestens 14 Tage vorher angebracht wurden, geben den Eigentümern die Möglichkeit, ihre Räder abzuholen.

Die Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sieht in dieser Methode eine bewährte Praxis zur Befreiung der Stadt von Schrott. Schließlich blockieren diese alten Drahtesel nicht nur Stellplätze, sondern können auch zur Gefahr für Verkehrsteilnehmer werden. Die Stadtreinigung rechnet damit, am Ende dieser Aktion bis zu 400 Räder einzusammeln. Im letzten Jahr waren es über 6.100 entfernte Schrotträder – eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass pro Jahr etwa 4.000 Fahrräder die Fahrradstellplätze blockieren oder ungenutzt herumstehen.

Die verschiedenen Phasen eines Fahrrads

Jedes Fahrrad durchläuft mehrere Phasen: vom Erwerb über die Nutzung bis hin zur Entscheidung, es nicht mehr zu verwenden. Oftmals stehen abgestellte und vergessene Räder im öffentlichen Raum und blockieren nicht nur Platz, sondern können auch den Verkehr gefährden. Laut den Vorschriften dürfen nur die Polizei und das Ordnungswidrigkeitsmanagement der Bezirksämter Fahrräder als „schrottreif“ kennzeichnen und deren Entfernung veranlassen. Das geschieht durch einen orangeroten Zettel, der das Fahrrad de facto als Abfall deklariert.

Die Frist zur Entfernung beträgt 14 Tage. Ab dem 15. Tag kann die Stadtreinigung aktiv werden und die Räder mit Spezialwerkzeug entfernen. Wenn die Fahrräder nicht mehr „zu retten“ sind, gehen sie an einen Schrottverwertungsbetrieb. Falls sie jedoch reparabel sind, landen sie in der Fahrradwerkstatt der Stadtreinigung Hamburg am Recyclinghof Brandstücken in Osdorf. Dort werden sie aufgearbeitet und später über die Gebrauchtwarenkaufhäuser Stilbruch verkauft.

Öffentliche Räume und ihre Herausforderungen

Jens Kerstan, der Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, betont, dass öffentliche Räume nicht zu Schrottplätzen für alte Fahrräder werden dürfen. Alte Drahtesel blockieren Abstellmöglichkeiten und sind ein Ärgernis für Radfahrende und Passanten. Um dem entgegenzuwirken, hat die Stadtreinigung Hamburg eine jährliche Aktion zur Entfernung von Schrotträdern ins Leben gerufen. Der Druck auf den öffentlichen Raum, insbesondere in der Innenstadt, ist enorm. Ralf Neubauer, der Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte, hebt hervor, dass der Platz dringend benötigt wird.

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In diesem Jahr wurden bereits über 100 Schrotträder auf weniger als einem Quadratkilometer markiert. Die Polizei hat dabei auf der Reeperbahn und das Bezirksamt in Nebenstraßen gehandelt. Dies zeigt, wie ernst die Situation genommen wird, besonders in stark frequentierten Zeiten. Für die Bürger gibt es eine Möglichkeit, aktiv mitzuwirken: Sie können Schrotträder über die SRH-App melden, die kostenlos im App Store und Play Store heruntergeladen werden kann.

Die Stadtreinigung Hamburg hat mit diesem Ansatz einiges bewegt. Jährlich werden etwa 4.000 Schrotträder aus der Stadt entfernt, und mehr als 1.000 reparaturfähige Räder finden ihren Weg in die Stilbruch-Filialen. So wird nicht nur Platz geschaffen, sondern auch der Umwelt etwas Gutes getan, indem alte Fahrräder recycelt oder repariert werden.