In Schleswig-Holstein gibt es aktuell große Probleme mit der Elektro-Schleifähre „Missunde III“. Diese sollte zunächst am 1. April 2026 den Betrieb aufnehmen, doch nun fällt sie bis Mitte Juni 2026 aus. Der Grund? Ein beschädigter Antriebsriemen, der dringend ausgetauscht werden muss. Das ist natürlich ein herber Rückschlag, zumal die Fähre erst Ende April 2026 mit einer Verzögerung von zwei Jahren in Betrieb genommen wurde. Die Verzögerung war auf notwendige Umbauten der Fähre und der Anleger zurückzuführen. Und jetzt das! Anwohner und Pendler sind frustriert und empfinden eine Mischung aus Wut und Resignation, denn die Schleiregion ist stark betroffen.
Die Fähre verbindet wichtige Gemeinden nördlich des Meeresarms Schlei mit Städten wie Eckernförde und Kiel. Doch jetzt müssen Pendler die Schlei weiträumig umfahren, was nicht nur zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt, sondern auch hohe Kraftstoffpreise mit sich bringt. Umwege von bis zu 40 Kilometern sind keine Seltenheit. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer. Und die alte Fähre „Missunde II“? Die kann nicht als Ersatz dienen, weil sie nicht zu den neuen Anlegern passt. Ein echter Schlamassel! Die Situation wird von dem Betreiber der Marina Brodersby, Christian Janik, als „Vollkatastrophe“ für den Fahrradtourismus beschrieben. Man fragt sich wirklich, wie es so weit kommen konnte.
Technische Schwierigkeiten und weitere Herausforderungen
Die „Missunde III“ hat nicht nur einen kaputten Antriebsriemen, sondern es gibt auch technische Schwierigkeiten beim Anlegemanöver. Das Andocken funktioniert noch nicht zuverlässig, was die Situation weiter verkompliziert. Eine Fachfirma soll nun den Antriebsstrang der Fähre untersuchen, um mögliche strukturelle Fehler zu prüfen. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein steht in engem Austausch mit der Werft Hermann Barthel, die die Fähre gebaut hat. Allerdings kann der Sprecher des Landesbetriebs, Wolf Paarmann, keinen konkreten Zeitrahmen für die Wiederinbetriebnahme nennen. Das klingt nicht gerade vielversprechend.
Die Lindaunisbrücke, die 15 Kilometer entfernt ist, ist seit 2020 für den Autoverkehr gesperrt und wird neu gebaut. Das macht die Situation nicht einfacher. Pendler und Anwohner müssen sich auf erhebliche Umwege einstellen und leiden unter den zusätzlichen Kosten und den langen Fahrzeiten. Sie fühlen sich im wahrsten Sinne des Wortes im Stich gelassen.
Infrastrukturprojekte in Schleswig-Holstein
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat kürzlich über ein umfangreiches Bauprogramm für die Infrastruktur in Schleswig-Holstein informiert. Im Jahr 2026 sollen 84 Kilometer Straßen und fast 20 Kilometer Radwege erneuert werden. Es wird ein Sanierungsprogramm geben, das auch die dringend benötigte Instandsetzung von Schlaglöchern umfasst. Madsen betont, dass diese Verbesserungen spürbar sein werden – was auch dringend nötig ist, wenn man die aktuellen Verkehrsprobleme betrachtet.
Die Investitionen in die Infrastruktur sind wichtig, aber für die Menschen, die direkt von den Fährausfällen betroffen sind, klingt das wie ein ferner Traum. Die Interessengemeinschaft Fähre Missunde prüft sogar eine mögliche Klage gegen das Land Schleswig-Holstein, um Gehör zu finden. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob es bald eine Lösung für die Pendler geben wird.
